Meine erste Tour nach Schottland

28. April - 19. Mai 2018

2010 das erste Mal geplant. 2013 mit meinem Kollegen für die Zukunft besprochen und jetzt endlich realisiert.
Wir freuen uns, Schottland bereisen zu dürfen.


1.Tag Samstag 28.04.2018

Nach jahrelangem Wunsch Schottland zu bereisen, und mehrmaligem Verschieben, sollte es also dieses Jahr endlich soweit sein.
Das Motorrad wurde extra für die Tour noch einmal geputzt und hergerichtet. Nach dem Beladen stellten wir dann fest, dass es für drei Wochen nicht anders aussieht wie für zwei Wochen Urlaub. Hoffentlich haben wir alles dabei...
Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir dann zur ersten Etappe bis nach Ibbenbüren. Leider gab es viele Baustellen, auch mit Stau, und das "berühmte" Bad Oeynhausen durch das wir uns quälen mussten.




Gegen 16:30 Uhr im Hotel angekommen. Wie gut dass das Hotel zwei Einfahrten hat, denn an der ersten war ich spontan vorbei gefahren. Norman saß in der Sonne und wartete gemütlich auf uns. Danach Abgeladen, Zimmer bezogen und noch schnell zur Tankstelle. Die Triple Black von Norman ein wenig bewundert und "gefachsimpelt" über den Motor mit der geänderten Schwungmasse. Jedenfalls stand ihm das permanente Grinsen im Gesicht. Später dann ein sehr leckeres Abendessen im Kaminzimmer, da das Hotel heute geschlossene Gesellschaft hatte. Wir hatten aber im Vorfeld reserviert. Der Abend klang bei netten Gesprächen aus und zum Schluss wurde sich nur noch zum Frühstück verabredet und die Nachtruhe kehrte ein.

Tiefsttemperatur      17,5 Grad
Höchsttemperatur      20,5 Grad
Tagesfahrleistung        215 km


2.Tag Sonntag 29.04.2018

Gleich morgens sollte der erste Tag online gestellt werden. Weshalb muss eigentlich Windows im Urlaub ein Update machen? Nach dem hervorragenden Frühstück mit super lecker und super heißem Kaffee war das Netbook dann endlich fertig. Langsam wurden die Motorräder bepackt. Dann sollte es auf die A30 gehen, denn eine echte Alternative über Landstrassen gab es nicht. Auf der Fahrt kamen immer wieder leichte Regenschauer vorbei, die uns aber nichts ausmachten. Nach ungefähr halber Fahrzeit dann eine kleine Pause auf einem Rastplatz. Dort rasteten auch jede Menge Busse mit Fußballfans. Die verwechselten die Hecke mit einem Pissoir.


Die Fahrt um Amsterdam ist ein wirkliches Erlebnis. Bis zu 6 !!! Fahrstreifen je Richtung, aber alles lief gesittet und problemlos ab. Froh waren wir nur, dass wir ein Navi hatten. Meins zeigte mir sogar die Fahrstreifen an und somit kamen wir ohne Sorgen bis kurz vor unser Ziel. Wir suchten uns noch eine Tankstelle um am nächsten Tag sorgenfrei von der Fähre fahren zu können.
Jetzt waren es nur noch wenige Minuten bis zum Fährhafen und wir hielten an einem leckeren Fischgeschäft an. Dort gab es, laut Schild, das beste Fish&Chips in den Niederlande. Frisch zubereitet und sehr lecker war es eine wirklich üppige Portion. Beim Essen wurden wir von einigen Vögeln und Möwen beobachtet, jedoch gab es bei uns nicht zu holen.


Gestärkt und frohen Mutes weiter bis zur Abfertigung. Das war nicht einmal ein Kilometer. Hier gab es für jedes Motorrad zwei Spanngurte und dann wurden wir eingewiesen. In der Packung der Spanngurte eine Anleitung auch auf Deutsch und los ging es. Als wir unsere beiden Motorräder verzurrt hatten mussten wir von Deck 5 bis Deck 9, auf dem unsere Kabinen waren.




In der Kabine machte sich jeder frisch und es wurden bequeme Klamotten angezogen. Dann ein kurzer Abstecher nach draußen, aber Wind und Regen sagten uns wir sollen in den Columbus Club. Eine gepflegte Bar mit Bedienung und netter Musik. Die Sessel urgemütlich und so verweilten wir hier die nächsten Stunden.
Plötzlich wurde uns ein "Déja Vu" angedroht und schon stand die Band auf der Bühne und spielte Live-Musik. Tolle Band und eine tolle Mischung der Lieder. Sie traten sogar später ein weiteres Mal auf.


Zwischendurch begab ich mich noch einmal nach draußen. Ein paar Impressionen eingefangen und dann doch schnell wieder rein, denn es war kalt geworden. Der Kapitän hatte uns begrüßt mit den Worten "wir haben Wind, aber ich versuche die Fahrt so angenehm wie möglich zu machen". Er gab alles, doch bei Wellen von 1-2 Metern ließ es sich nicht vermeiden dass man lief als wäre man "volltrunken". Wir beendeten dann langsam diesen Tag und ich schrieb den Bericht vor. Hochladen geht erst wieder mit WLAN, welches auf der Fähre kostenpflichtig ist, und deshalb muss der Bericht warten. Jetzt beginnt dann für mich auch die Nachtruhe.


Tiefsttemperatur      11,5 Grad
Höchsttemperatur      16,5 Grad
Tagesfahrleistung        243 km


3.Tag Montag 30.04.2018

Die gelassenste Fahrt bisher mit einer Fähre. Wecken 8:00 Uhr und 10:00 Uhr (auf der Fähre war noch MESZ) die freundliche Aufforderung zu den Fahrzeugen zu gehen. Kabine bis zum Schluss und nicht eine Ewigkeit in den Gängen rumlungern. Dann bei den Fahrzeugen angekommen, die Spanngurte entfernt und verpackt (wo sollen die bloß noch bleiben?) sowie alle Taschen und Tankrucksack befestigt und verstaut. Danach begann das kurze Warten auf die Ausfahrt für unser Deck. An Land nur noch die freundliche Ausweiskontrolle und wir waren in England.


Die ersten Kilometer (das Navi ist jetzt auf Meilen umgestellt) kamen gleich ein halbes Dutzend Kreisverkehre. Eine gute Übung zum Fahren auf der "falschen Seite". Das erste rechts Überholen und der Schulterblick nach rechts erfordern noch ein wenig mehr Übung. Das erste rechts Abbiegen ließ mich im letzten Moment die Insel umfahren. Man muss sehr konzentriert fahren, aber es ist weniger schlimm als im Vorfeld befürchtet. Dann kamen wir endlich an die Grenze zu Schottland.



Da war er nun, der Monolith (Carter Bar), der die Grenze zwischen Schottland und England markiert. Die Fotos vor der schottischen Seite waren Pflicht und auch ein Foto mit dem Dudelsackspieler, der hier schon 50 Jahre steht und spielt. Noch in Ruhe einige Fotos geschossen, Touristenbusse beobachtet, Spatzen gefüttert und gefachsimpelt. Der Dudelsackspieler erklärte uns dann noch vor der Weiterfahrt, dass bei seinen Kindern der Jägermeister sehr beliebt ist. Ich erklärte ihm daraufhin das der aus unserer Gegend kommt.



Der nächste Stopp brachte uns leckeren Filterkaffee und Tee mit warmen Schinkenröllchen am Fuße der Klosterruine in Jedburgh. Diese Pause wurde ein wahrer Genuss, da die Sonne jetzt richtig stark war. Es kamen noch einige schottische Motorradfahrer hinzu und es gab auch Autos mit Reifen die zu 50 Prozent kein Profil mehr hatten. Was noch auffiel waren die vielen Oldtimer auf den Strassen (einige grüßten sogar) die alle offen fuhren. Es waren fast immer Cabriolets. Hier gibt es bei Sonne also nur eins - das Dach gehört dann in den Kofferraum.


Auf der weiteren Fahrt durch die Lowlands sahen wir manch weitere Ruine, viele schöne kleine Häuser und jede Menge faszinierende Landschaften. Wir wählten die historische Route nach Edinburgh, die uns über mehrere Steigungen und Gefälle mit 16% führte. Die Wahl, so wenig wie nötig die autobahnähnliche Strasse zu nutzen, war die Richtige. Lustig ist aber dass es auf diesen autobahnähnlichen Strassen plötzlich einen Kreisverkehr mit Ampeln geben kann.



Am Hotel angekommen parkten wir gleich neben einer Gruppe Österreicher und bezogen die Zimmer. Danach ging es über die Strasse um die Tram für den nächsten Tag zu erkunden. Von dort aus weiter in ein Einkaufszentrum in dem wir lecker Essen und Getränke für die Fahrt kaufen konnten. Danach nur noch die letzten Planungen für den nächsten Tag bevor jeder auf sein Zimmer verschwand. Der erste Tag in Schottland war schon ein hervorragender Tag.



Tiefsttemperatur        7,0 Grad
Höchsttemperatur      11,5 Grad
Tagesfahrleistung        261 km


4.Tag Dienstag 01.05.2018

Der erste Blick aus dem Hotelfenster erweckte den Eindruck zu träumen. Blauer Himmel und wir heute den ganzen Tag zu Fuß. Also erst einmal das leckere Frühstück eingenommen und dann die paar Meter bis zur Tram. Schnell drei Tagestickets am Automaten gezogen (Menü auch auf Deutsch) und schon kam die Bahn. Kaum Eingestiegen kommt der Kontrolleur. Überall der Hinweis das in der Tram "free WiFi" ist. Das BT Murrayfield Stadium ist die Heimat des Edinburgh Rugby. Direkt daneben fuhren wir vorbei. Bis zum Princess Park bekamen wir somit schon einige Eindrücke der Stadt.




Kaum Angekommen sahen wir das hoch über der Stadt tronende Schloss. Ein imposanter Anblick und wir freuten uns schon auf unsere vorgebuchte Tour. Am Treffpunkt zur Tour wurden wir Stefanie zugeteilt, die uns auf Deutsch durch die Altstadt führte. Es gab viele interessante Geschichten in und um die Stadt. Jetzt weiß ich auch dass der Berg, auf dem das Schloss steht, einen vulkanischen Ursprung hat. Was auch die Reiseleitung kaum glauben konnte, war das heutige Wetter. Alle hatten am Vortag schön brav aufgegessen und es wurde belohnt.




Das Schloss sollte der Höhepunkt der Tour werden und dort verbrachten wir später eine längere Zeit. Dank der gebuchten Tour mussten wir uns nicht an die langen Schlangen vor den Ticketshops stellen. Ruckzuck waren wir in dem Schloss. Bis wir oben ankamen wurden uns wieder viele Informationen vermittelt und nach 2,5 Stunden war die Führung vorbei. Jetzt erkundeten wir das Schloss auf eigene Faust. Die schottischen Kronjuwelen wurden besichtigt mit dem Krönungsstein und auch der Festsaal. Dann wurde die Zeremonie für den 13 Uhr Kanonenschuss beobachtet. Ein nettes Spektakel.


Als wir genug gesehen hatten und sich der kleine Hunger einstellte, begaben wir uns zurück in die Altstadt. Der erste Versuch einen Platz zu bekommen sollte 45 Minuten Wartezeit zur Folge haben. Wir gingen weiter und schon beim nächsten Lokal waren wir erfolgreich. Ein Sitzplatz mit leckerem Essen und Trinken. Gefühlt waren wir hunderte Kilometer gelaufen. Nach der Stärkung wurde noch kurz die Kathedrale besichtigt, bevor wir in die grobe Richtung zur Tram gingen. Auf dem Weg wurde noch ein Café besucht und danach begann der Rückweg.



Diesmal nutzten wir das WLAN in der Tram. Es ist einfach zum Einloggen und es ist schnell. Ein toller Service. Am Gyle Center angekommen stiegen wir aus und begaben uns zum Hotel zurück. Ein klein wenig Probleme das Internet im Hotel wieder zu aktivieren, aber dann stand auch dem Bericht und den Vorbereitungen für den nächsten Tag nichts mehr im Wege. Unser zweiter Tag in Schottland und nicht einen Tropfen Regen...
Edinburgh ist einen Besuch wert und hat einen tollen Eindruck bei uns hinterlassen.


Tiefsttemperatur laut Wetterbericht        7 Grad
Höchsttemperatur laut Wetterbericht      13 Grad
Tagesticket Tram        4 £
Stadtführung mit Schloss "Edinburgh Castle"      30 £


5.Tag Mittwoch 02.05.2018

Der Tag begann für mich mit leichten Kreislaufproblemen. Die Ursache war schnell gefunden. Zu wenig Flüssigkeit. Ab jetzt wird besser aufgepasst. Da es morgens ein wenig feucht war, hatten wir sowieso eine verzögerte Abreise geplant. Der erste Weg führte uns zu der 1890 eröffneten Forth Bridge, eine Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth. Danach überquerten wir den Firth of Forth auf der Autobrücke und der Weg führte uns gen Norden.



Ein erster Zwischenstopp wurde erforderlich als ich etwas im Auge hatte und "einäugig" im Linksverkehr muss nicht sein. Es ist jeden Tag aufs Neue ungewohnt, aber klappt immer besser. Als dann bei uns der Sprit immer weniger wurde, hielten wir Ausschau nach einer Tankstelle. Extra einen Abstecher in einen Ort gemacht und was war da? Die Tankstelle wurde gerade umgebaut. Also weiter bis zur Nächsten. Das dauerte gefühlt eine Ewigkeit und dann tauchte endlich ein Schild auf "letzte Tankstelle für 55 Meilen". Also die Tanks befüllt und gegenüber zur Mittagspause eingekehrt. Jetzt war ich erleichtert, denn ich hatte nur noch 6 km Restreichweite.


Kurz nach dem Start kam uns eine Polizei BMW entgegen und gab Zeichen links ran zu fahren. Da standen wir direkt vor der Dalwhinnie Destillery und warteten auf den Schwertransport. Danach ging es munter weiter durch die Highlands. Das Wetter war trocken aber nach jeder Kurve sah der Himmel anders aus. Einzelne Berge sind noch immer Schneebedeckt.




Als wir an einer Gedenkstätte für Kriegsgefallene vorbei kamen, wurde diese kurzerhand besichtigt und auch die Landschaft bewundert. Von hier aus weiter am Loch Lochy, Loch Oich und dann Loch Ness vorbei. Am Urquhart Castle ein letzter Fotostopp bevor das heutige Tagesziel erreicht wird. Die Besichtigung der Ruine haben wir uns erspart, Nessi haben wir leider auch nicht gesehen, also dann langsam weiter. Unterwegs gab es noch eine 10 Minütige Streckensperrung wegen Baumfällarbeiten, aber ansonsten keine besonderen Vorkommnisse während der Fahrt.


In Inverness angekommen unser B&B bezogen, die Motorräder auf dem Hof geparkt und danach in die Stadt über eine Fußgänger-Hängebrücke. Wir wollen wippen, wippen, wippen...
Ein wirklich leckeres und absolut bezahlbares Lokal mit nettem Ambiente gefunden und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Auf dem Heimweg noch einen CO OP geentert um eine Flasche Überlebenswasser mitzunehmen. Auf dem weiteren Weg dann festgestellt, dass 8 Grad in Schottland hier schon Hochsommer sind, denn es kamen uns die Jugendlichen mit kurzen Hosen, Minirock und durchsichtigen Spitzenblusen entgegen. Uns fröstelte schon beim Anblick. Auf dem Zimmer überkam mich spontan die Müdigkeit und der Bericht musste warten.


Tiefsttemperatur        6,0 Grad
Höchsttemperatur      12,0 Grad
Tagesfahrleistung        302 km


6.Tag Donnerstag 03.05.2018

Beim Frühstück lief im TV eine Fotoschau von Schottland. Darauf war das Chanonry Lighthouse zu sehen. Kurz im Internet gesucht und schon die Tour umgeplant und erweitert. Auf dem Weg dorthin waren wir froh Helme auf zu haben, denn es wurde sogar vor Golfbällen gewarnt. Am Ende der Landzunge ein kleiner Parkplatz und dann begann die Inspektion von Chanonry Point. Ein netter kleiner Ort mit Charme. Möwen, die sich im Wind treiben lassen, der Leuchtturm, derzeit die Ebbe und dann noch der Hinweis auf Delfine.


Am Ende der Landzunge mit Blick auf Fort George standen dann Alle und warteten auf die Delfine. Es waren mehrere und einer spielte mit seinem Essen. Er warf einen Fisch immer wieder in die Luft um ihn wieder einzufangen. Wenn ich da an meine Erziehung denke "man spielt nicht mit dem Essen..."
Was sehr schwierig war, das Fotografieren der Delfine. Ich hatte das Gefühl sie warten bis man den Apparat absenkt und dann tauchten sie auf.


Der nächste Stopp war an den Rogie Falls. Dort wartete ein kleiner Fußmarsch auf uns, der aber durch sehr schöne Natur führte. An den Wasserfällen waren zwar heute keine Lachse zu sehen, aber der Wasserfall war gut zu sehen. Die Brücke über den Fluss war wieder eine Hängebrücke und wir konnten wieder wippen, wippen, wippen...
Nach der Wanderung wurde beschlossen ein Café zu suchen, was uns in Dingwall glückte.



Die Wettervorhersage sagte für den Nachmittag ein vorbeiziehendes Regengebiet voraus, so dass wir unsere neuen Regenjacken einem ersten Test unterzogen. Frisch verkleidet ging es weiter Richtung Norden. Ziemlich bald kam Golspie und direkt hinter dem Ort das Dunrobin Castle. Ein gut erhaltenes Schloss mit einem schönen Garten und direktem Zugang zum Meer. Die wussten damals schon ganz genau wo sie sich ihre Schlösser bauten.




Total klasse ist unsere Laune. Eine 3-stündige Fahrt im Regen ließ uns das Grinsen nicht verlieren. Das B&B in Wick war ein wirklich exzellenter Tipp von Lothar und Sabine. Der abendliche Spaziergang in die Altstadt zeigte uns, dass die besten Jahre dieses Ortes anscheinend vorbei sind. Ein nettes Restaurant zum Essen haben wir trotzdem gefunden und nachdem alle satt und zufrieden waren, gingen wir zurück ins B&B.




Tiefsttemperatur        7,5 Grad
Höchsttemperatur      12,0 Grad
Tagesfahrleistung        241 km


7.Tag Freitag 04.05.2018

Der erste Weg führte uns zur Tankstelle, denn es gibt hier nicht so viele auf dem Weg. Danach begann die Fahrt Richtung Nordküste. An dieser wollen wir gen Westen entlang um uns eine Höhle anzusehen. Die Landschaft ist faszinierend und das Wolkenspiel auch. Hinter jeder Ecke sieht es anders aus. Regen hatten sie für heute praktisch gar keinen angesagt. Was heute eine Herausforderung werden sollte, war der teilweise böige Wind, der durch die vielen Kurven gerne mal die Richtung wechselte. Es war aber nichts gefährliches, nur man musste immer gut Aufpassen.




Die Landschaft hier im Norden der Insel war einfach atemberaubend. Zwischendurch immer wieder Single Roads zum Üben wenn Gegenverkehr kommt. Unterwegs eine Gruppe Porsche Fahrer die immer wieder über eine Brücke fuhren. Später sollen wir sie sogar noch einmal sehen. Als wir die letzte Einbuchtung geschafft hatten, war es nicht mehr weit bis zum Ziel.




Als wir dann endlich am Ziel waren konnte Smoo Cave besichtigt werden. Zuerst einmal das stille Örtchen besucht und dann der Abstieg zur Höhle. Heute war die dritte Höhle aufgrund des starken Windes gesperrt, so dass es keine Führung gab. Wir schauten uns den Wasserfall in der Höhle an und erkundeten danach die Gegend oberhalb. Als alles abgearbeitet war, begaben wir uns auf den Rückweg.




Zurück wirkten die Ansichten ganz anders. Wir besuchten ein Café und wir beeilten uns, da wir noch zum letzten Tagesziel wollten. Dieses Ziel wurde zum Glück erreicht und es konnten noch schöne Erinnerungsfotos vom nördlichsten Punkt Britanniens gemacht werden. Hier konnten auch Vögel an den Klippen beobachtet werden und wir sahen die Inseln vor der Küste. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sollte es für heute genug sein.




Wir fuhren zurück nach Wick und tankten am Ortseingang. Nach dem Tanken blieb das Navi dunkel. Im Ort noch schnell Geld für das Zimmer geholt und einkaufen für ein Abendessen auf dem Zimmer. Heute blieben wir also "zu Hause". Dort wurde dann auch das Navi instand gesetzt. Es war voll geladen, wollte sich aber auf keine Weise einschalten lassen. Erst das kurzzeitige Entfernen des Akkus konnte das Gerät überzeugen seinen Dienst wieder aufzunehmen.




Tiefsttemperatur      10,5 Grad
Höchsttemperatur      17,0 Grad
Tagesfahrleistung        330 km


8.Tag Samstag 05.05.2018

Abreise aus Wick und Fahrt nach Skye. Der Bereich liegt vor den Hybriden und dort erwartet uns feuchteres Wetter. Wir starteten bei 15 Grad am Morgen und es sollten noch 19 Grad werden. Das war unglaublich, das hatten wir nicht erwartet. Unsere Rückfahrt führte uns die Strecke zurück Richtung Dingwall. An der Dornoch Firth Bridge ein erster Stopp. Hier kamen heute viele Motorradfahrer vorbei. Man merkte das Samstag, also Wochenende, war.




Der nächste Stopp wurde ein Picknickstopp am Parkplatz zu den Rogie Falls, da wir wussten dort gibt es WC, Mülleimer und Sitzgelegenheiten. Die Reste des Vorabends wurden vernascht bevor die Etappe durch die Berge begann. Jetzt wurde aber auch die Gegend etwas verlassener. Da wir als nächsten Stopp einen Kaffee wollten, bedeutete es noch einige Meilen zu fahren.




Auf dieser Route gab es auch wieder eine lange Strecke single track roads. Da muss man gut Aufpassen und weit vorausschauen. Es gibt aber keine Probleme hier, denn sehr oft wird der nachfolgende Verkehr vorbei gelassen und der entgegenkommende Verkehr ignoriert schon einmal unseren guten Willen auch einmal warten zu wollen. Auffällig ist hier die absolut entspannte Fahrweise. Sehr selten "rast" hier jemand. Es werden sogar aus dem Cabrio heraus Fotos vom Nebenmann während der Fahrt gemacht (bergauf zweispurig).


Den Kaffeestopp vergessen wir mal, dies Lokal ist nicht erwähnenswert. Dafür aber der letzte Fotostopp am Eilean Donan Castle. Schon von weitem anhand der vielen Touristen zu erkennen, aber trotzdem absolut sehenswert. Der Highlander lässt grüßen.
Als es immer mehr zuzog dann der Beschluss auf die Insel zu fahren um unser Quartier zu beziehen. Vorher noch volltanken und dann unser erstklassiges B&B bezogen. Nach dem die Sachen oben waren, schnell zum Essen, denn durch den Feiertag am Montag ist hier langes Wochenende und alle gehen Essen. Wir hatten Glück und bekamen noch Plätze in einem Indischen Restaurant. Auf dem Heimweg bei CO OP noch Getränke für die nächsten Tage geholt und dann gab es die wohlverdiente Nachtruhe.


Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      19,0 Grad
Tagesfahrleistung        321 km


9.Tag Sonntag 06.05.2018

Der heutige Tag sollte unser bisher bester Tag werden. Morgens sah die Wetterprognose nicht so gut aus, also stellten wir eine relativ kurze Tour zusammen mit der Option einer Besichtigung im Trockenen. Die Regensachen wurden übergezogen und die Tour konnte starten. Der erste Halt ziemlich bald nach Portree an der alten Sligachan Brücke. Das machten zwar auch viele andere aber es war trotzdem ein schöner Anblick. Zwischen den mit Regensachen bewaffneten Touristen immer wieder Schotten mit T-Shirt und kurzer Hose. Bei der Weiterfahrt sprach uns dann noch ein Paar an, denn sie war vor Jahren in Norddeutschland als Austauschschülerin gewesen.


Dann wollten wir an einem der vielen Wasserfälle anhalten, aber da dort sogar Busse standen, fuhren wir weiter Richtung Glenelg. Als der Abzweig kam begann sofort die single road und es wurde die reinste Achterbahnfahrt. Es ging über viele Kuppen und Hügel bei denen es schwierig war den Gegenverkehr zu sehen. Alles lief prima bis auf ein älteres Paar aus Sachsen-Anhalt. Die wussten wohl nicht wozu die Haltebuchten waren und sahen sehr genervt aus. Endlich an der Fähre angekommen wurde dieses alte Schätzchen bewundert. Eine Drehtellerfähre, wohl die letzte seiner Art, die wir nun nutzen durfte.


Das Wetter war in der Zwischenzeit mehr als trocken geworden und wir schauten uns auf der anderen Seite in Kylerhea alles in Ruhe an. Die Fähre wurde beobachtet, wie das alles gehandhabt wird mit dem Drehteller und in dem Leuchtturm wurden kleine Andenker erworben um die Fähre und ihre Mitarbeiter zu Unterstützen. Es wäre sehr schade wenn diese Attraktion wegfallen sollte. Schließlich war es einfach nur Atemberaubend dort hin zu fahren und ebenso das Übersetzen.



Von dort aus ging es sehr kurvig durch die Berge, allerdings auch hier fast ausschließlich auf single roads. Es war sehr wenig Verkehr und wenn jemand kam, dann wurde ordentlich gewartet. Selten durften wir das tun, denn uns Motorräder ließen sie eigentlich immer vor. Fahrzeuge hielten sogar an, wenn sie vor uns waren, damit wir vorbei konnten.




Nach einigen Fotostopps kamen wir dann am Eilean Donan Castle an um es diesmal bei ganz anderem Licht bewundern zu dürfen. Einen Kaffee, kleine Andenken und danach langsam zurück, denn die letzte Fähre hätten wir bekommen müssen, da wir eine Platzreservierung zum Essen hatten. Da wir aber sehr gut im Zeitplan lagen wurde die Heimfahrt ein wahrer Genuss. Wie gut dass wir die Helme auf hatten, sonst hätten wir das kreisrunde Grinsen im Gesicht gehabt.



Auf dem Rückweg hielten wir dann an dem Wasserfall, der auf der Hinfahrt noch Überfüllt war. Diesmal waren wir alleine hier. So konnten wir uns die Gegend in Ruhe ansehen und weitere Fotos schießen. Anschließend zurück zum Quartier, Umziehen und zu unserem Lokal. Dieses Lokal war in einem kleinen Haus im 1.OG und hatte wirklich Charme. Sehr lecker war es zudem auch und zum Feierabend noch einen kleinen Whisky auf dem Zimmer. Somit war dieser wunderschöne Tag zu Ende.



Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      18,0 Grad
Tagesfahrleistung        174 km


10.Tag Montag 07.05.2018

Schottischer Feiertag "May Day"

Heute beschlossen wir den Applecross zu fahren. Nach dem schottischen Frühstück wurden die Sachen gepackt und es ging um 10 Uhr los. Die tief hängenden Wolken ergaben wieder tolle Bilder. Es ist hier sehr überraschend, wenig Temperatur, aber nicht wirklich kalt. Liegt wohl an dem Wind, der sich hier nie kalt anfühlt. Ich fuhr sogar ohne Regenmembrane in der Jacke. An der Tankstelle noch schnell Nachgefüllt und dann Richtung Skye Brücke.




Die Fahrt bis zur Brücke und dann weiter bis kurz vor Eilean Donan Castle, diesmal jedoch links ab in die Berge. Ein Fotostopp am Loch Carron bei dem wir freundlich von Asiaten begrüßt wurden. Ihr Sohn wollte ein Foto vor den "Beamdoubleyou" und lief danach begeistert durch die Gegend. Der Papa sagte "Guten Tag" und erklärte uns das er nur ein Wort Deutsch kann. Wir fanden das Klasse und machten ihm klar das er sogar 2 Worte Deutsch kann. Danach noch ein paar Fotos und der Wunsch zum Kaffee weiter zu fahren.


Nach dem Kaffee noch schnell den kleinen Laden der angrenzenden Töpferei angeschaut und dann um den Loch Carron bis zum Beginn des Applecross. Ein alter Viehpass, den man sicherlich gefahren sein sollte. Leider wich die Sonne ein wenig den Wolken und zur Sicherheit wurden die Regenjacken übergeworfen. Den Pass hinauf ging es spektakuläre Strecken und drei Spitzkehren. Mir gefiel es, daß wir den Weg bergauf gewählt hatten, obwohl es hart war als nach einer Kurve auf der Steigung ein Lkw vor mir war. Der Applecross ist natürlich eine Single Road... Der freundliche Lkw Fahrer setzte zurück, damit wir passieren konnten. Gerne hätten wir gesehen wie er danach die Spitzkehren meistert, aber er fährt hier vermutlich öfters.


Am Ende des Passes tauchte dann der Ort Applecross auf und wir parkten zum Mittag ein. Es gab Fish & Chips, frisch vor unseren Augen zubereitet mit hausgemachter Remoulade. Es gab sogar ein Dach über den Sitzgelegenheiten und somit ließ uns der kurzzeitige Platzregen nur Schmunzeln. So schnell wie er kam war er weg und danach fuhren wir durch die weite Landschaft herum. Ab und an gab es Häuser und es war kaum vorstellbar für uns dort zu wohnen. Ein paar Longhorns grasten am Strassenrand und ließen sich von unseren Motorrädern überhaupt nicht stören.


Ein wenig Schade, dass die Sicht nicht immer so gut war, aber trotzdem waren sehr viele Motorradfahrer unterwegs. Aus UK, Deutschland, Irland, Holland und niemand hatte schlechte Laune. So ging es uns auch, denn für das Wetter kann schließlich niemand etwas. Als unsere Rundfahrt beendet war, ging es zurück Richtung Skye. In Kyle of Lochalsh noch ein Fotostopp mit Blick auf die Brücke und den Kyleakin Leuchtturm. Nach dem letzten Stopp sollte es dann ohne weiteren Halt bis zum Quartier weiter gehen.



Auf dem Weg nach Portree überraschte uns das Wetter mit einer neuen, noch nicht bekannten Weitsicht. So entdeckten wir sogar den Old Man of Storr, der vorher nie zu sehen war. Den wollen wir zwar erst morgen besuchen, aber das er so dicht war, wussten wir nicht. Nachdem die Motorräder abgestellt und die Bekleidung gewechselt wurde begann ein kleiner Rundgang durch den Ort. Wir bestiegen auch die Anhöhe hinter dem Hafen und vom Turm "the lump" aus wurden schöne Panoramafotos gemacht. Der Abend endete mit einem gemütlichen Beisammensein auf dem Zimmer.




Tiefsttemperatur        8,0 Grad
Höchsttemperatur      13,0 Grad
Tagesfahrleistung        270 km


11.Tag Dienstag 08.05.2018

Heute war die Runde auf Skye geplant. Zuerst einmal ein kleiner Fußmarsch durch den Ort um ein paar Andenken und Picknick Zubehör zu kaufen. Dann mit den Motorrädern los zum ersten Etappenziel, dem Old Man of Storr. Gestern noch klar aus der Ferne zu erkennen, versuchte er sich heute im Nebel zu verstecken. Wir fanden ihn natürlich trotzdem und enterten den Berg. Bis der befestigte Weg endete gingen wir, da aber Motorradsachen keine echten Wandersachen sind, starteten wir den Rückweg. Trotzdem war es ein Erlebnis dort oben gewesen zu sein. Die weitere Tour sollte jetzt zum zweiten Tourpunkt führen.


Am Kill Rock angekommen bekamen wir sogar einen Parkplatz. Den Wasserfall sahen wir sofort, denn er führte Wasser. Noch die Steilküste bewundert und danach die Kaffeebude geentert. Während des Kaffee trinkens lernten wir drei Bayern kennen, die bis vor wenigen Jahren noch selbst gefahren sind. Als sich die Fahrzeuge anfingen zu stapeln beschlossen wir unsere Tour weiter zu fahren. Norman entdeckte noch unsere Vermieterin Wendy aus Inverness auf einer ihrer Touren, aber sie war schwer beschäftigt uns zu erkennen.


Der größte Teil waren single roads und wir umrundeten Skye im Norden gegen den Uhrzeigersinn. In Uig angekommen wollten wir den Tipp von Wendy besuchen. Ich erwischte zuerst die falsche Strasse. Die Haarnadelkurven führten uns ins Nichts. Dort drehten wir die Maschinen und suchten den korrekten Weg. Bevor wir Fairy Glen erkunden konnten, halfen wir noch einem Bully aus dem Schlamm. Als Dank wurde ich vom Postmann beschimpft. Dann aber stiegen wir auf die Berge um die Steinkreise zu suchen und zu finden.


Von hier aus sollte es nach einem leckeren Picknick nur noch zum Neist Point gehen. Den Leuchtturm in der Abendsonne wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wieder viele single roads und Einheimische die die Regeln zwar kennen, aber grundsätzlich Motorräder durchlassen. Die Fahrt erforderte alle Aufmerksamkeit, denn das eine oder andere Schlagloch war gefühlt so groß, dass es spielende Kinder beherbergen könnte




Am Ende der Tour fehlte nur noch der Heimweg. Ein etwas umherirrendes Auto stand nur kurzzeitig im Weg und die Querung der Insel war auch ein Genuss. Die Schafe ließen sich nicht stören, nur die Lämmer kannten wohl noch keinen Boxer Sound. In Portree angekommen schnell wieder vollgetankt und danach die Motorräder zur Abreise morgen geparkt. Den obligatorischen Whisky zur Nachtruhe genossen und den Bericht geschrieben. Dann wurde für diesen Tag das Licht gelöscht.



Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      13,5 Grad
Tagesfahrleistung        169 km


12.Tag Mittwoch 09.05.2018

Abreise auf Skye. Ein etwas längeres Gespräch mit unseren Vermietern, denen unser Besuch anscheinend genau so viel Spaß gemacht hat, wie uns. Wir wurden auch noch schnell von ihnen abgelichtet und dann starteten wir Wetterfest, aber in Ruhe, zur Fähre. Als der Abzweig der Fähre auftauchte, war ein großes Schild mit einer Einblendung. Es hielten noch drei Belgier und niemand wusste genau was dieses Schild aussagt. Als klar war das nur große Fahrzeuge zeitweise nicht mit konnten, fuhren wir weiter.


In Armadale angekommen standen eine Gruppe aus den Niederlanden, die drei Belgier und dann wir an. Am Verkauf der Tickets wurden wir nach unserer Reservierung gefragt - huch, die hatten wir nicht. Manchmal muss man Glück kaben, denn auf der gerade eingefahrenen Fähre war noch für zwei Motorräder Platz. Somit mussten die Belgier gute 1,5 Stunden warten. Wir fuhren auf die Fähre und aufgrund des Wetters wurden die Maschinen fest verzurrt. Ein wenig schmerzte der Anblick der Sitzbank, aber hinterher sah man nichts mehr davon.


In Mallaig angekommen freuten wir uns festen Boden unter den Füßen zu haben. Das Wetter ließ die Fähre gut schaukeln. Gleich hinter dem Fähranleger war der Hogward-Express zu sehen. Die Dampflok schnaufte vor sich hin und wurde von Fotografen belagert. Wir hatten leider keine Zeit denn es sollten zwei Stunden Fahrzeit vor uns liegen zur nächsten Fähre. Diese ausgewählte Strecke war aber eine sehr schöne Strecke. Unterwegs fanden wir sogar eine Bäckerei mit Kaffee und einer Tagessuppe. Jens fuhr allerdings zwei Mal vorbei, weshalb weiß er auch nicht. Später standen uns zwei riesige Rehe vor dem Motorrad und konnten sich über ihre Fluchtrichtung nicht einig werden. Sie verschwanden dann aber schnell und wir konnten weiter fahren.


An der Fähre in Kilchoan wartete ein englisches Motorrad, ein Auto und eine Fußgängerin mit uns. Sehr Übersichtlich hier. Die leuchtende Anzeige sagte uns das die Fähre bald kommt und das wir an Bord zahlen dürfen. Auf der Fähre der Hinweis die Motorräder festzuhalten bei dem Wetter. Kurzerhand holte ich die Gurte von der Überfahrt heraus und verzurrte die Maschine. Eigentlich war das gar nicht nötig, denn mit dieser Fährfahrt begann das schöne Wetter. In Tobermory angekommen mussten wir nur noch 500 Meter fahren, jedoch steil bergauf mit zwei Spitzkehren. Kurz an der Einfahrt zum Hotel vorbeigebraust und gewendet ließen wir den ersten komplett nassen Tag an der Hotelbar ausklingen.


Tiefsttemperatur        7,5 Grad
Höchsttemperatur      11,0 Grad
Tagesfahrleistung        159 km


13.Tag Donnerstag 10.05.2018

Der heutige Tag ließ uns den gestrigen schnell vergessen, zumal hier 8-12 Grad kein Vergleich zu unseren 8-12 Grad sind. Hier ist das T-Shirt Wetter!
Nach dem Frühstück als erstes in den Ort zum Schauen und Fotografieren. Der Anblick hier ist toll und am Hafen von Tobermory stehen sogar Palmen - in Schottland!!! Das haben wir nicht erwartet, aber es sollte eine weitere Überraschung kommen, das aber erst später. In der Tobermory Destillerie wurde noch kurz gestöbert und ein Pin ergattert. Die Tagestour konnte beginnen und laut Navi sollte ein Kreisverkehr kommen. Dieser bestand aber nur aus einem Blumenkübel auf einer Kreuzung. Korrekt Umfahren wurde er aber trotzdem.

Erstes Ziel war das B&B Glengorm. Ein kleiner Geheimtipp aus einem Tourbericht im Internet, denn hier wird nicht darauf hingewiesen. Es ist ein Gebäude aus dem Jahre 1860 und schon Monate im voraus ausgebucht. Im Eingang eine riesige Glocke um sich anzukündigen. vermutlich wäre eine Übernachtung hier ein echtes Erlebnis. Gleich um die Ecke dann in einem anderen Gebäude ein nettes kleines Café in dem wir uns selbigen genehmigten.
Die Insel wartet auf uns mit 99 Prozent single roads.


Der zweite Stopp dann an der Calgary Bay - die zweite Überraschung. So einen Ort haben wir in Schottland ebenfalls nicht erwartet. Ein Sandstrand und ein Anblick wie im Mittelmeerraum. Derzeit hat das Wasser aber noch keine Badetemperatur. Im Sommer ist hier bestimmt viel mehr los als jetzt. Dafür konnten wir jetzt bessere Fotos machen und gemütlich den Strand entlang wandern. Zu diesem Zeitpunkt fragten wir uns wie das Wetter und auch die Landschaften so schnell wechseln können. Das ist hier einzigartig. Wir haben das permanente Grinsen im Gesicht.


Unsere Rundfahrt läuft gegen den Uhrzeigersinn und als nächstes kommen wir zur Westküste. Ich teste einmal mehr meine kleine Aktioncam. Nach diversen Einstellungen und Experimenten sollten diese Ergebnisse dann endlich einmal Freude bereiten. Nur an dem Akku Problem wird noch gearbeitet. Eine Idee für einen permanenten Stromanschluss haben wir abends dann auch noch aufgegriffen. Auf dieser Etappe begegneten wir vielen Hobbyfotografen, die diverse Tiere vor die Linse bekommen wollten. Hier soll es auch die lustig bunten Papageientaucher geben. Gesehen haben wir keinen, aber überall sind die "Puffins" präsent.


Wir begegneten sogar der Strassenmeisterei, die Frostschäden des letzten Winters beseitigten. Der Lkw fuhr extra in einen "passing place" damit wir vorbei konnten. Dann bogen wir für die nächste Runde an einer Kreuzung ab und wir fuhren die Strasse, die wohl damals Touratech für die RT Vorstellung nutzte. Eine idyllisch am Felsen liegende Strasse mit Begrenzungsmauer zum Wasser hin.
Von den Bergen immer wieder größere oder kleinere Wasserfälle. Zählen kann man sie sicherlich nicht.



Auf dem Weg zurück zur Ostküste wurde eine weitere kleine Pause eingebaut. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist auf diesen Strassen nicht sehr hoch, daher kommt es einem weit vor und es wird nicht weniger. Erschwerend kommt hinzu das die Meilen länger sind als die Kilometer und es dauert immer eine gefühlte Ewigkeit bis eine Meile weniger auf dem Navi steht. An der Ostküste dann die weiteren Fähranleger und auch wieder Teile von 2-spurigen Strassen. Das kommt einem dann vor wie auf der Autobahn.


Kurz vor Tobermory noch ein paar Longhörner beobachtet um dann noch einmal in die Stadt zu fahren. Einmal an der kompletten farbigen Fassade entlang in die unterschiedlichen Schaufenster schauen. Für den nächsten Tag zur Whiskytour angemeldet, zum Hotel bezahlen Geld geholt, zur Weiterfahrt vollgetankt und für Wassernachschub im CO OP gesorgt. Wir wurden von einem Paar aus Peine angesprochen, die unsere Motorräder haben stehen sehen. Sie waren schon über 20 Mal mit dem Motorrad in Schottland, aber noch nie auf Mull. Da dies ihre Silberhochzeit war, waren sie das erste Mal mit dem Flugzeug hier. Die beiden bieten Motorradtouren an und suchen nach neuen Zielen. Nach ein wenig Informationsaustausch und Fachsimpelei machten wir uns auf den Weg zum Hotel. Norman direkt die beiden Spitzkehren bergauf und wir eine Rundreise durch die oberhalb dem Hafen liegende Stadt. Wir kamen ein wenig später an, aber stellten fest das der Ort doch gar nicht so klein ist.

Tiefsttemperatur        7,5 Grad
Höchsttemperatur      12,0 Grad
Tagesfahrleistung        157 km


14.Tag Freitag 11.05.2018

Heute verlassen wir diese wunderbare Insel wieder, aber bevor das passiert ging es noch einmal an den Hafen. Zuerst wollten wir in das kleine Meeresaquarium schauen, welches jedoch wegen dringender Wartungsarbeiten geschlossen hatte. Also beobachteten wir die Wasserrettung bei ihren Übungen. Danach mussten wir noch ein wenig Glasartikel einkaufen, bevor dann um 11 Uhr endlich die Führung durch die Tobermory Destillerie gemacht wurde. Da wir noch fahren mussten, bekamen wir unsere Proben von Ledaig und von Tobermory mit. Die Tour, geführt von Andrew, war eine sehr gemischte Tour. Vier Amerikaner, zwei Franzosen, wir Deutsche und noch ein paar andere, die ich nicht zuordnen konnte.

Nach der Destillerie fuhren wir nach Fishnish um mit der Fähre überzusetzen. Wir hörten, dass sie vor zwei Tagen einen Schaden hatte und es jetzt ein kleineres Ersatzmodell ist, aber es kamen trotzdem alle Wartenden mit. Die Fahrt war kurz, aber wir sollten bei den Motorrädern bleiben, da es ein wenig Wind gab. Manuela erkundete die Fähre und wir beschäftigten uns mit unseren Navis und der weiteren Tour. Eigentlich merkte man diesmal fast gar nicht das wir gefahren sind. Es war ruhig und kaum angekommen ging es von der Fähre runter. Jetzt folgte ein schönes Stück single road durch die Landschaft.


Plötzlich kamen uns Geländemotorräder mit Startnummern entgegen. Irgend eine Veranstaltung schien hier zu sein. An einem Teilstück gab es off-road Übungen an denen wir dann langsam vorbei fuhren. Eine dieser Übungen bestand anscheinend darin in einem trockenen Flussbett bergauf zu fahren. Die Kolonne von der Fähre musste immer wieder die Fahrer und die Begleitfahrzeuge passieren lassen, aber das klappte hier alles stressfrei und ohne hupen.



Während später die ganzen Autos zu der Fähre auf die andere Seite des Loch Linnhe abbogen, fuhren wir weiter. Unser nächstes Ziel war nämlich das Glenfinnan Viadukt und das Monument. Wir wussten das der "Harry Potter Zug" nach 15 Uhr das Viadukt quert, aber wann genau? Der Parkplatz war schon wegen Überfüllung abgesperrt, aber wir Motorräder durften noch drauf. Da es eine gewisse Hektik bei den Menschen gab, starteten wir auch gleich mit dem kleinen Aufstieg zu einer Anhöhe. Wenige Minuten nachdem wir oben ankamen tauchte auch der Zug auf. Er musste schon ein paar Kohlen auflegen, denn die Strecke hat dort Steigung. Danach wurde es sehr schnell leer dort und wir konnten in Ruhe eine Kaffeepause einlegen. Ein englischer Motorradfahrer erklärte uns dann das es diesen (Motorrad) Trial schon fast hundert Jahre gibt und das morgen in Fort William am Hafen das Ende mit der Auswertung ist.

Nachdem wir das Besucherzentrum am Glenfinnan verlassen hatten, gab es leichten Regen und vor Fort William Feierabendverkehr. Danach fuhren wir direkt zu unserem phantastischen B&B mit toller Aussicht und abends machten wir einen Spaziergang durch die Mainstreet. In einer Sportsbar gab es Platz und lecker Essen. Nachdem die recht sturen Deutschen am Nachbartisch weg waren kamen vier Schweden zu uns. Jetzt wurde es gesellig und lustig. Zum Abschluss saßen wir später noch gemütlich in unserem Aufenthaltsraum und genossen einen Absacker. Wieder ging ein toller Tag zu Ende.


Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      13,5 Grad
Destillerietour Tobermory      10 £
Tagesfahrleistung        143 km


15.Tag Samstag 12.05.2018

Zum Start musste die Sitzbank noch getrocknet werden, da von der Nacht Feuchtigkeit auf dem Motorrad war. Dann sollte unsere kürzeste Tagesetappe beginnen. Am letzten Kreisverkehr stand noch ein Hinweis das heute hier auch der Trial entlang führen wird. Die Sackgasse war nur wenige Kilometer bis wir zum Ende auf einen Parkplatz kamen. Das Ziel war heute der Steal Fall in dem Tal, in dem schon viele Filme gedreht wurden. Eine abenteuerliche Brücke sollte uns auch noch erwarten, mehr wussten wir aber nicht. Unsere Vermieterin hatte uns jedenfalls zu dieser Entscheidung beglückwünscht.


Am Parkplatz war es schon so warm das wir unsere Motorradjacken gleich auszogen. Wie gut diese nicht mitgeschleppt zu haben. Viele Wanderer aller Altersklassen machten sich hier auf den Weg. Das Schild mit der Lebensgefahr wurde zur Kenntnis genommen und langsam bewegten wir uns vorwärts. Anfangs ging es etwas bergauf, aber der Weg war noch entspannt zu laufen. Später tauchten immer öfter Steinstufen-Passagen auf oder gelegentlich sogar nicht klar erkennbare Teilstücke des Weges. Wenige kleine Wegweiser oder die anderen Wanderer ließen uns aber immer auf dem korrekten Pfad wandern.


Als wir die Höhe des Plateaus erreicht hatten, mussten wir nur noch geradeaus gehen und wir sahen den Steal Fall. Das ganze Tal hier oben war ein landschaftlicher Traum. Das dies hier Kulisse für Filme war ist schon klar. Weite Wiesen nur gelegentlich durchbrochen von Flüssen. An der Dreiseilbrücke angekommen gab es eine kleine Zwangspause, da sich die Menschen dort ein wenig stauten. Dadurch konnten wir das Treiben erst ein wenig beobachten. Manuela lernte auch einen neuen Freund kennen.



Dann war es soweit und wir konnten die Brücke überqueren. Norman startete als erster und meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Einzig der Transport von Gegenständen, wie Wasser oder Fotoapparat musste noch durchdacht werden, da man keine Hände frei hatte. Zwei Personen sind zwar gestattet, aber alle anderen warteten immer bis eine Person rüber war. Es kann trotz der Stahlseile doch ein wenig wackeln. Manuela und ich folgten dann Norman und es ging weiter zum Wasserfall.


Um direkt an den Wasserfall zu gelangen musste noch ein Bergziegendiplom abgelegt werden. Durch die hohe Feuchtigkeit des Boden war ständige Vorsicht geboten, doch das eine oder andere Mal tauchte ein Stiefel auch mal etwas weiter ein. Zum Glück sind die Motorradsachen wasserdicht. Die Sonne stand jetzt leider genau über dem Wasserfall, was es schwer machte vernünftige Fotos zu schießen, aber der Anblick war ein Traum. Nach diversen Kraxeltouren begab sich jeder langsam zurück. Norman durchquerte zwei Flüsse und wir dann noch einmal die Dreiseilbrücke. Jetzt hatten wir ja schon eine gewisse Übung. Der Rückweg war noch einmal interessant durch völlig andere Lichtverhältnisse und am letzten kleineren Wasserfall konnten die Stiefel und Hosenbeine vom Dreck befreit werden. Beim Starten des Motorrades dann das zweite Mal auf dieser Tour ein dunkles Navi und somit stand die Uhrzeit des Motorrades auf der Ankunftszeit am Parkplatz.

Über einen kleinen Sparmarkt fuhren wir direkt zum Quartier. Umziehen und bei diesen wahnsinnigen Temperaturen ein wenig auf die Terasse setzen und die Aussicht genießen. So viel Wandern sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wie gut das sich niemand hingelegt hat...
Nach einer Entspannungsphase mit letzten Berichten aus der heimischen Bundesliga wanderten wir in den Ort. Dort schauten wir noch ein wenig dem Treiben beim Trial zu und suchten uns später ein nettes Lokal zum Abendessen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit genossen wir die Reste unserer Whiskyflasche auf der Terasse und setzten das Navi instand bevor es zur Nachtruhe überging.

Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      15,5 Grad
Tagesfahrleistung        26 km


16.Tag Sonntag 13.05.2018

Am Morgen hatte es anscheinend geregnet, denn draußen war alles nass. Wir nahmen zwar die Regensachen mit, aber wir sollten sie nicht benötigen. Beim Start sagte uns unsere Vermieterin, dass es einen Unfall gegeben habe und die Hauptstrasse gesperrt wurde. Für die 500 Meter bis zur Hauptstrasse benötigten wir über eine halbe Stunde und vor uns ein Fahrzeug dessen Fahrer nicht nur keine Ahnung hatte wofür ein Lenkrad ist, sondern sich auch von den anderen nicht überzeugen ließ ein wenig mehr Platz für entgegenkommende Fahrzeuge zu machen. Somit dauerte die Staudurchfahrung etwas länger. Der Rückstau in die Gegenrichtung zog sich sicherlich schon gute 3 km. Wir konnten zum Glück den Ort des Chaos schnell verlassen.

In Ballachuliah machten wir eine kleine Pause und genossen den Blick zurück am Loch Leven entlang der am Ende in den Loch Linnhe über geht. Nachdem wir die stressige Stauphase mit dem resistenten Fahrer, den wir bis hier hin nicht Überholen konnten, abgearbeitet hatten, konnten wir wieder los. Der weitere Weg sollte uns jetzt den Pass am Glencoe entlang führen. Wir starteten voller Freude auf das was wohl kommen mochte.



Der Himmel riss immer mehr auf und es war eine hervorragende Weitsicht. Diese Eindrücke sind unbeschreiblich und sicherlich kaum in den Fotos wiederzugeben. Eine atemberaubende Landschaft durch die sich die Strasse hier schlängelte. Unterwegs eine kleine Baustelle mit Ampelschaltung, aber da mussten wir nur ganz kurze Zeit warten. Am Glencoe mit der Seilbahnstation sind wir vorbei gefahren, da diese komplett im Schatten lag. Wir kamen noch an einigen wunderbar gelegenen Seen vorbei und durften auch noch einige Höhenmeter überwinden, bevor wir an die Stelle kamen, wo wir auf die Westrunde vom Loch Lomond, unser heutiges Tagesziel, abbogen.

Da sich die Strecke doch ein wenig zog und wir heute eine längere Fahretappe vor uns hatten, machten wir eine kleine Pause bei herrlichstem Wetter unter freiem Himmel. Manuela rang kurz mit einem Bären, gewann aber, so daß wir alle uns ein Getränk verdient hatten. Die Bedienungen liefen hier standesgemäß gekleidet in schottischen Röcken herum. Das Gebäude allerdings hatte sicherlich schon bessere Zeiten erlebt, aber trotzdem war es eine schöne Pause.




Weiter führte uns der Weg am Loch Lomond entlang bis nach Luss. Diesen Tipp bekamen wir mal wieder von Lothar und Sabine und es sollte sich wieder lohnen. Ein niedlicher kleiner Ort in dem wir erst ein wenig spazieren gingen um die Umgebung zu erkunden. Hier gab es einen Pilgerweg, der schon über 1500 Jahre genutzt wird. Am Fluss versuchten einige Steine über das Wasser springen zu lassen und Manuela machte einen Abstecher in die hiesige Fischräucherei. Danach fanden wir ein uriges Lokal in dem wir noch lecker Mittag machen konnten.


Als Verdauungsspazierganz suchten wir uns danach den Weg entlang am See um sogar zu sehen das schon Menschen im See baden. Uns war es definitiv zu frisch dazu. Zurück an den Motorrädern fuhren wir den See bis zum südlichen Ende um ihn zu Umrunden. Der Rückweg durch den östlichen Teil des Nationalparkes. Eine kleine Streckensperrung erforderte einen unwesentlichen Umweg bevor wir zum Dukes Pass abbiegen konnten. Auch hier grandiose Aussichten, aber ein Teil der Strecke auch schlechte Strassen. Wir mussten höllisch aufpassen nicht in den Schlaglöchern zu verschwinden.


Nach einer letzten Rast plus Tankstopp in Perthshire, ein hiesiger Motorradfahrer Treffpunkt, kam der Rückweg zum Glencoe. Der Himmel sah phantastisch aus und hüllte die Landschaft in tolle Licht- und Schattenspiele. Kurz vor unserem Ziel dann ein Schlagloch dem ich nicht mehr ausweichen konnte und es rappelte ganz ordentlich. Rodeo ist nichts dagegen, aber weiter ging es. Vor Fort William kamen uns schon Fahrzeuge mit Lichthupe entgegen und dann standen wir knappe zwei Kilometer vor dem Ziel im Stau an der Unfallstelle von heute morgen. Mittlerweile regelte die Polizei den Verkehr, so dass es zwar langsam, aber stetig voran ging. Zum Abschluss noch ein letzter Fußmarsch in die Stadt um Geld aus dem Automaten zu holen und ein letztes Kaltgetränk in einer Bar zu genießen.

Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      17,0 Grad
Tagesfahrleistung        310 km


17.Tag Montag 14.05.2018

Mal wieder Packen und Motorrad beladen. Irgendwie ist immer weniger Platz. Liegt vermutlich auch an dem hervorragenden Wetter, denn dicke Pullover benötigt derzeit niemand. Die Fahrt durch die Stadt verlief ohne Probleme, denn wir mussten uns beeilen, wollten wir doch noch einen weiteren Besuch am Glenfinnan Viadukt machen um den "Jacobite" diesmal in die andere Richtung zu erwischen. Unterwegs wurden wir noch ein wenig von einem Schwertransport aufgehalten, der mit Röhren von fast 3,5 Meter Durchmesser beladen war.


Der vorab ausgekundschaftete Parkplatz wurde erreicht und auf dem Weg zum Fotoplatz festgestellt das den viele nutzten. Sind hier eigentlich nur Filmfans, oder auch "andere" Fans? Sehr knapp angekommen, aber trotzdem noch einen Parkplatz zwischen zwei Fahrzeugen gefunden. Manuela blieb unten und schaute auf das Viadukt hinauf und wir stiegen ein wenig den Berg hinauf um auf die Höhe des Viadukt zu kommen. Kaum angekommen kam auch schon der Zug angefahren und es gab noch schöne Fotos. Als alles vorbei war sind wir schnell zurück zum Motorrad um vor dem großen Abreiseverkehr weg zu sein.


Nach relativ kurzer Fahrt kamen wir an Neptuns staircase an. Eine Schleusentreppe, ähnlich wie in Frankreich, nur diesmal sogar 9 Schleusentore. Leider lässt sich das nicht richtig auf den Fotos darstellen, aber das Café neben der Schleuse war gut und so konnten wir alle etwas Trinken bevor die Fahrt fortgesetzt wurde. Es war heute so zeitig schon so warm, dass sich die Menschen hier wunderten. Solch Temperaturen herrschen nicht immer in Schottland.



Durch einige Naturschutzgebiete fuhren wir dann Teile der Strecke in entgegengesetzter Richtung wie vor knapp 2 Wochen. Erstaunlich wie schnell sich die Natur verändert in dieser Zeit. Nach ungefähr der halben, zu erwartenden Fahrzeit wurde das Café Aroma entdeckt und genutzt. Hier kamen auch viele Einheimische herein und genauso gut war es auch. Nach den kühlen Getränken und der Kleinigkeit zum Essen, sollte die letzte Etappe beginnen. Kurz nach dem Ort mussten wir allerdings für ein Stück auf die Fernstrasse, bevor wir wieder Abbiegen konnten.


Jetzt wurden die Strassen wieder kurviger, die Aussicht zwar flacher, aber dennoch phantastisch und die Zahl der Insekten, die sich auf dem Visier breit machten, nahm zu. Norman musste noch einen irren Stunt hinlegen, um einen um ein Weibchen buhlenden Fasan nicht zu einer Briefmarke zu verarbeiten. Der Fasan darf noch länger leben und wir kamen Dufftown immer dichter. Plötzlich standen wir vor einer Firma die Whiskyfässer baut. So viele Fässer hatte noch niemand von uns auf einmal gesehen.



In Dufftown angekommen fuhren wir direkt zu unserem B&B. Die Motorräder wurden hinter dem Haus geparkt und das ganze Gepäck wieder nach oben geschleppt. Schnell Duschen und Umziehen und dann den kleinen Ort erkundet. Da es heute aufgrund einer Krankheit zu einem Versorgungsmangel an Restaurants gab, wurde einfach der CO OP gestürmt und eine nette Auswahl für ein leckeres Abendessen zusammengestellt. Im B&B aßen wir dann im Frühstücksraum und wir bekamen jeder einen Whisky vom Haus. Später wurden die Fotos gesichtet, die Berichte geschrieben, oder einfach nur etwas zeitiger zu Bett gegangen.


Tiefsttemperatur      16,0 Grad
Höchsttemperatur      20,5 Grad
Tagesfahrleistung        208 km


18.Tag Dienstag 15.05.2018

Um 9 Uhr gestartet Richtung Glenfiddich zu unserer vorgebuchten Tour um 10 Uhr. Nach einem kleinen Spaziergang waren wir vor Ort. Schon außen hatte alles ganz andere Ausmaße als bisher bekannt. Es ist ja die weltgrößte Destillerie und wir werden sie gleich von Innen sehen. Noch wenig los, daher hatten wir genug Zeit und Möglichkeiten uns alles in Ruhe anzusehen. Dann meldeten wir uns an und entrichteten unseren Obulus für die Tour.



Pünktlich um 10 Uhr bekamen wir zur Einstimmung einen Film zu sehen. Danach wurden wir von Martin abgeholt, der uns heute durch die Destillerie führen sollte. Nach den allgemeinen Infos kamen bald die speziellen Infos hinterher. Unglaubliche Zahlen und von uns der Vergleich mit der kleinen Destillerie in Tobermory...
Von der Gerste werden hier täglich 100 Tonnen verarbeitet.
Washbacks Tobermory 4 - Glenfiddich 34
Brennblasen Tobermory 4 - Glenfiddich 31
Nur diese Werte alleine lassen erahnen was hier so passiert.

Die gesamte Anlage sieht sehr freundlich und gepflegt aus. Hinter jeder Ecke ein neues Fotomotiv. Da wir in der Gruppe bleiben sollten, mussten wir uns beeilen. Es gab auf der Tour nur 2 Stellen an denen das Fotografieren strengstens untersagt war, aber das war auch okay so. Zum Ende der Tour erfuhren wir noch das in den Warenhäusern über 163 Mio. Liter Whisky lagern und wir konnten an einem Fass riechen, wo 44 Jahre alter Whisky drin war. Der roch so lecker das Norman und ich das Faß mitnehmen wollten. Die Abfüllanlage stand leider gerade still, aber das hier 120 Flaschen pro Minute abgefüllt werden, war auch so beeindruckend. Als Abschluß die kleine Verköstigung je eines 12, 15 und 18 Jahre alten Glenfiddich.

Nach der Tour erst einmal einen Kaffee und auch ein Gang in den Shop. Was für eine Auswahl und was für Preise. Da stehen geballt nebeneinander Flaschen für mehrere tausend Pfund. Die teuerste Flasche lag bei über 20.000 £. Noch schnell eine nur hier zu erwerbende "Destillery Edition" mitgenommen und dann auf den Weg zurück gemacht.
Es gab erst einmal eine kleine Pause auf dem Zimmer bevor wir uns wieder auf den Weg machen wollten.



Nach einer kurzen Erholung der Gang in ein nahes Café um selbigen und ein Stück Kuchen zu genießen. Bevor wir zum Treffpunkt für unseren Whiskywalk gingen mussten wir noch einmal kurz zum Zimmer. Die Wege hier sind aber kurz und so gab es sogar noch ein Eis vorher. Am Treffpunkt warteten schon vier Personen und Michelle kam bald dazu. Sie schaute das alle Personen vollzählig waren und dann begann der erste Weg bis zu ihrer Garage. Dort gab es die Wanderausrüstung in Form einer Warnweste und dem umzuhängenden Glas.


Es war eine sehr gemischte Gruppe. Michelle als echte Schottin, wir drei Deutschen, vier aus Australien, zwei aus Kanada und ein Paar bestehend aus einem Österreicher und einer Brasilianerin. Das Mädel aus Kanada hatte hier ihre erste Begegnung mit Whisky. Was für uns eine neue Erfahrung werden sollte, war die Tour selber, denn der Titel war "Whisky und Schokolade".
Erstaunlich, wie viele Destillerien hier in Dufftown "versteckt" sind, die wir wohl nie alleine entdeckt hätten.



Es machte einen heiden Spaß und die Gruppe kam auch sehr schnell untereinander ins Gespäch. Die Erfahrung mit den unterschiedlichsten Whiskysorten und den unterschiedlichsten Schokoladen dazu war ein Traum von Erfahrung. Kaum Vorstellbar dass eine gesalzene Karamellfüllung in Vollmilchschokolade mit Whisky eine Geschmacksexplosion erzeugt. Michelle erzählte uns sehr viel zu den hiesigen Destillerien und deren Geschichten. Auch das es Gebäude gibt die unter Denkmalschutz stehen und was mit aufgekauften, alten Destillerien passiert.


Nach 3,5 kurzweiligen Stunden waren wir schon am Ende der Tour und hatten eine Menge gelernt. Es gab folgende Proben auf der Tour:
1. Benrinnes Speyside Single Malt, 15 Jahre alt, 43 Vol.%
2. The Singleton Single Malt of Dufftown, 18 Jahre alt, 40 Vol.%
3. Ancnoc non chill fitered, 24 Jahre alt, 46 Vol.%
4. Mortlach rare age, ca. 7 Jahre alt, 43,4 Vol.%
5. Mortlach Single Malt, 14 Jahre alt, 48 Vol.%
6. Glendullan Single Malt, 15 Jahre alt, 48,4 Vol.%
7. Ardmore Highland Single Malt peated, ? Jahre alt, 46 Vol.%
8. Glenfiddich Rich Oak, 14 Jahre alt, 40 Vol.%
9. Kininvie Single Malt, 17 Jahre alt, 42,6 Vol.%
10/1. Balvenie double wood, 12 Jahre alt, 40 Vol.% oder
10/2. Balvenie Single barrel cherry cask, 15 Jahre alt, 47,8 Vol.% (zu zweit konnten beide probieren)

Tiefsttemperatur laut Wetterbericht      10,0 Grad
Höchsttemperatur laut Wetterbericht      18,0 Grad
Destillerietour Glenfiddich      10 £
Whiskywalk Dufftown      34 £


19.Tag Mittwoch 16.05.2018

Unsere heutige Tagestour führte uns zum Dunnottar Castle. Gegen 10 Uhr gestartet sollte der Hinweg an Aberdeen entlang führen. Diese Strecke war nach den letzten Tagen eine viel zu stark befahrene Strasse. Es machte nicht wirklich Spaß. Zum Glück kam nach Aberdeen bald Stonehaven und danach die Abfahrt, die wir nehmen mussten. Das Castle selbst hätten wir fast verpasst. Ein freundlicher Platzanweiser zeigte uns auch gleich die kostenfreien Motorrad Parkplätze.



Der Weg zum Schloss sah relativ gerade aus vom Parkplatz. Wir mussten jedoch ein wenig runter und dann wieder rauf. Zuerst der Weg nach rechts um diese tolle Anlage von der Steilküste daneben aus zu fotografieren. Hier wurden auch Panoramaaufnahmen gemacht.
Der Eintritt in diese sehr gepflegte und traumhaft gelegene Anlage hat sich sehr gelohnt. Wir verweilten dort länger als im Vorfeld vermutet.


Eine kleine Info auf Deutsch half uns ein wenig die Geschichte zu verstehen und nun wissen wir auch das dort die schottischen Krönungsinsignien waren und sogar einmal versteckt wurden. Den dortigen Geist bekamen wir nicht zu sehen, nur einige Touristen die nicht lesen konnten und manch Absperrung überschritten. Zum Glück ist niemand abgestürzt. Da auf dem Schloss kein Kaffee zu bekommen war, gingen wir zurück zum Parkplatz. Dort gab es eine Mittagspause bevor die Rückreise begann.



Ein neuer Kreisverkehr erforderte eine Ehrenrunde, da nicht klar erkennbar war, wo wir weiter fahren mussten. Diese Strecke war jedoch deutlich angenehmer zu fahren, als der Hinweg. Wir überholten Rennradfahrer beim Training, Bauern mit ihrem Trecker und dann sogar Kühe auf der Strasse. Dieser Bauer beeilte sich so sehr, dass er ein Teil ins Auto warf, welches glatt durch das Beifahrerfenster wieder auf der Strasse landete. Wir hoben es auf und nahmen es mit. Es wurde während der Fahrt übergeben und man bedankte sich bei uns.


Zurück in Dufftown noch ein Whisky-Eis in der Sonne vor dem Turm im Zentrum und abends ein leckeres Essen in einem Pub. Die Motorräder standen zum direkten Beladen vor der Tür und später gab es noch einen kleinen Marsch zum Müll. Mal sehen ob wir nun morgen alles mitbekommen. Das wird sicherlich spannend. Der heutige Tag war wieder überraschend schön und langsam kommt Traurigkeit auf, dass sich der Urlaub dem Ende entgegen neigt.





Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      14,0 Grad
Besichtigung Dunnottar Castle        7 £
Tagesfahrleistung        213 km


20.Tag Donnerstag 17.05.2018

Heute startete also die geplante Rückreise Richtung Newcastle mit einer letzten Übernachtung in Dunbar. Nach der nicht so schönen Erfahrung mit der Strecke an Aberdeen vorbei, planten wir eine Tour durch die Berge. Das Packen der Taschen erforderte eine Entsorgung von Altkleidern, die wir nicht mehr mit nach Hause nehmen wollten. Nach Drücken, quetschen und anderen Tricks waren dann alle Habseligkeiten untergebracht und die einzig noch nicht befahrene Strasse aus Dufftown heraus wurde befahren. Es waren noch einmal schöne Impressionen und auch an Destillerie-Neubauten fuhren wir vorbei.


Der nächste Teil führte uns durch ein Skigebiet mit phantastischen Weitsichten und gigantisch anmutenden Parkplätzen. Was ist wohl hier im Winter los...
Hier gab es aber auch Gefälle von "nur" 20% mit Kehren drin. Es mussten einige Höhenmeter überwunden werden. Hinter jeder Kurve eine neue, phantastische Aussicht. So viele Fotos kann man gar nicht schießen um das alles mitzunehmen.



Dann kam eine Streckensperrung auf natürlich genau der Strasse die wir nutzen wollten. Also erst einmal weiter geradeaus und in dem kleinen Ort Strathdon einen Spar als Pause genutzt. Bei Kaffee und kleinen Leckereien die weitere Route besprochen um dann weiter zu fahren. Da nicht immer klar war wo genau die Sperrung auf unserer Strecke verläuft, wurde 2-3 Mal eine Umleitung auf dem Navi berechnet. Dadurch kamen wir eine sehr kleine Strasse entlang bis zum Balmoral Castle am Fluss Dee. Hier verbringt die Queen immer ihren Spätsommer. Leider hatten wir keine Zeit uns dieses riesige Anwesen anzusehen.


Die Tour entlang des Glen Clunie und Glen Shee war dann wieder ein absolute geniales Fahren. Erstklassig neu asphaltierte Strassen mit hervorragendem Achterbahn-Gefühl und manch Kuppe, hinter der die Welt zu Ende schien. Den einen oder anderen Adrenalinstoss gab es nur, wenn hinter einer Kuppe die Strasse einen Knick einlegte, obwohl der weitere Verlauf so aussah, als ob wir geradeaus müssten. Hellwach beim Fahren muss man hier also immer sein!
In Blairgowrie endlich eine Gelegenheit zu einer Mittagspause. Diese nutzten wir ausgiebig, bevor die weitere Fahrt kommen sollte.


Der Weg bis Perth wurde dann landschaftlich uninteressanter und in Perth selbst gab es stockenden Verkehr. Somit wurde beschlossen die Fahrt zum Zielort so zügig wie möglich zu gestalten um lieber dort noch einen schönen Abend zu verbringen. Über den Firth of Forth dann wieder die erst im September letzten Jahres neu eröffnete Brücke genutzt, die es auf Norman´s Navi noch gar nicht gab. Seine GS kann also schwimmen *grins*. ein toller Anblick zurück auf die drei Brücken bei diesem Wetter.



An Edinburgh vorbei die letzten Kilometer bis Dunbar und das Hotel bezogen. Nachdem sich alle Umgezogen und Erfrischt hatten, gab es im Hotel ein super leckeres Abendessen. Zur Verdauung dann einen Gang zum Hafen durch die kleine Küstenstadt.
Die Sonne sank langsam und die Möwen machten es sich im Dunbar Castle, zumindest in dem was noch davon übrig ist, zur Nachtruhe bequem.



Vom Hafen aus sahen wir noch ein Kreuzfahrtschiff, das aus dem Firth of Forth zur Nordsee unterwegs war. Oberhalb des Hafens lag ein neues Gebäude - ein Schwimmbad. Dort schwimmen zu gehen bedeutete tolle Blicke aus dem Becken heraus auf die Nordsee. Es war auch gut besucht. Nach dem Hafenrundgang und dem Rückweg durch die Hauptstrasse zum Hotel besuchten wir die Bar. Es gab noch ein bis zwei Whisky Proben bevor die letzte Nacht in Schottland beginnen sollte. Wie schnell doch drei Wochen vorbei sein können...


Tiefsttemperatur        8,0 Grad
Höchsttemperatur      18,5 Grad
Tagesfahrleistung        321 km


21.Tag Freitag 18.05.2018

Die Taschen wurden von uns diesmal so gepackt, dass wir nur noch eine mitnehmen müssen, wenn wir auf der Fähre sind. Nach dem Beladen fuhren wir die Küstenstrasse Richtung England. Der "Grenzübergang" ist hier nicht erwähnenswert, deshalb fuhren wir auch vorbei. Was in England auffällt sind die Hecken neben den Strassen, was in Schottland noch Mauern waren. Unser Ziel auf dem Weg zur Fähre war erneut ein Tipp von Lothar und Sabine. Wir besuchten das Bamburgh Castle.



Dank dem Tipp wusste ich, dass wir bis ganz oben fahren können mit den Motorrädern. Der freundliche Wachmann kam sofort auf uns zu, ließ uns durch und bot sich an unsere Sachen im Wachhäuschen zu deponieren. Welch freundlicher und toller Service. Dann begann die Besichtigungstour dieses recht großen und sehr gut erhaltenen Bauwerkes.




Die Verteidigungslinie zur Nordsee wurde begutachtet und auch die vielen unterschiedlichen Kanonen. Das Gelände erstreckt sich sehr weit und jeder erkundete den ihn am Meisten interessierenden Teil. In der Schloss-Cafeteria trafen wir uns dann alle wieder auf ein Getränk und eine Pause. Dies hier war definitiv die Tour mit den meisten Kilometern zu Fuß.




Nach der Pause kam noch die Besichtigung des Museums innerhalb des Schlosses. Hier durfte sogar Fotografiert werden. Einzig Blitzlicht und Filmen ist verboten. Tolle Räume mit tollen Ausstellungsstücken. Begeisternd die vielen funktionstüchtigen Uhren. Eine aus cirka 1880 gefiel mir sehr gut. Mitnehmen durfte ich sie nicht, aber wir hätten auch keinen Platz mehr gehabt.





Der Saal hat bestimmt schon so einige Feiern erlebt und im Billard-Zimmer noch viele alte Bücher. Dann kam noch der obligatorische Museumsshop, in dem Kleinigkeiten erworben wurden und auf dem Weg zum Ausgang noch die Folterkammer. Mir war die Deckenhöhe eindeutig zu niedrig, aber ich quälte mich da durch. Die Darstellung ist fast vollständiger Dunkelheit ist dann doch ganz gut geworden ohne Blitz.



Nach dem Schloss die letzten Kilometer bis nach Newcastle upon Tyne zur Fähre. Dies musste Norman erledigen, denn mein Navi hatte den dritten Ausfall auf der Tour. Das nervt und ich frage mich weshalb die Akkuklappe zum Schrauben sein muss. Kurz vor der Ankunft an der Fähre eine Baustelle mit Ampel, die den Verkehr zum Stocken brachte. Endlich angekommen ging es sehr zügig bis wir durch die Kontrollen waren und auf das Schiff durften. Eindeutig viel mehr Motorräder als noch auf dem Hinweg. Alle Fahrzeuge gut verzurrt und danach die Kabinen bezogen.


Diesmal war deutlich mehr Zeit sich Umzuziehen und das Navi zu reparieren. Die Ausfahrt aus dem Hafen konnten wir diesmal in Ruhe beobachten. Das Wetter war immernoch sehr gut, aber auf der See wurde der Wind dann doch ungemütlich. Wir nahmen wieder Platz im Columbus Club und stellten fest, dass die identische Belegschaft von der Hinfahrt vor Ort war. Diesmal jedoch eine andere Liveband mit anderen Stücken. Nach einigen Kaltgetränken und diversen Musikstücken dann die Nachtruhe in der Kabine. Diesmal war die Nordsee wie glattgebügelt.


Tiefsttemperatur      13,5 Grad
Höchsttemperatur      18,5 Grad
Besichtigung Bamburgh Castle      10,95 £
Tagesfahrleistung        160 km


22.Tag Samstag 19.05.2018

Das letzte Mal Sachen einpacken und noch einen letzten Kaffee auf dem Schiff. Den Kaffee zahlte ich mit meinen letzten Pfund Sterling, so daß ich mit dem Bargeld genau ausgekommen bin. Ab jetzt wieder die bekannten Euro. Noch ein Foto von dem Tankrucksack, damit ich den Defekt beanstanden kann. Hat nicht lange gehalten das Kunststoffteil. Mal abwarten was mein Freundlicher dazu sagt.



Vom Schiff herunter war das Wetter noch nicht wirklich schön. Zumindest trocken war es und es sollte im Tagesverlauf auf dem Weg nach Osten immer besser werden. Vom Schiff kam auch ein Bulli mit relativ wenig Bodenfreiheit. Die beiden Motorradfahrer aus dem Berliner Raum werden wir noch öfter begegnen. Faszinierend wieder die sechs Fahrstreifen in unsere Richtung und alles läuft problemlos ab.



Nach einer Pause auf einem Rasthof das letzte gemeinsame Stück bis Deutschland und in Ibbenbüren ein Tankstopp mit Verabschiedung von Norman. Hier tankte auch ein Ehepaar aus der Schweiz mit einem Gespann in dem die Kinder saßen. Ein niedlicher Anblick. Unser Weg führte uns durch Bad Oeynhausen, was diesmal zwar stockend, aber dann doch recht zügig lief. Manuela bat um eine weitere Pause und wir beschlossen diese nach dem Nadelöhr an einem Rastplatz an der Abfahrt Porta-Westfalica einzulegen. Von hier aus fuhren wir direkt nach Hause.



Vor der Tür angekommen parkte ich zwischen zwei Autos. Die Koffer alle abgeladen und nach oben getragen. Danach fuhr ich zuerst zur Garage einiges dort deponieren und die Mittelchen zur Reinigung zu holen. Zur Waschbox gefahren, das Motorrad gereinigt, getankt und zurück in die Garage. Nun war die Tour endgültig vorbei.




Tiefsttemperatur      11,0 Grad
Höchsttemperatur      19,0 Grad
Tagesfahrleistung        475 km


Mein persönliches Fazit:

- das Wetter in Schottland ist deutlich besser als sein Ruf. In Summe kamen wir auf max. 2 Regentage
- Prozentual gesehen war auf der Tour die Niederlande das feuchteste Land
- mein Englisch reicht zum Überleben aus, ist aber verbesserungswürdig
- Whisky Destillerien gibt es massig dort
- wir wissen jetzt auch weshalb die Häuser und die Bäume in der Nähe von Destillerien schwarz sind
- Das "Victory" Zeichen heißt nichts Gutes
- die Küche ist ebenfalls besser als ihr Ruf
- die Verkehrsteilnehmer sind umsichtig und rücksichtsvoll
- Linksverkehr ist nicht schlimm, auch wenn die Kreisel ungewohnt sind
- Single Roads machen richtig Spaß
- B&B ist eine tolle Variante zum Übernachten
- wieder hatten wir zu viele Sachen mitgenommen

Was sich so alles ansammeln kann:


Fähre Amsterdam (IJmuiden) - Newcastle upon Tyne und zurück mit Kabine und 1 Motorrad     334,80 €
Fähre Glenelg - Kylerhea und zurück       10,00 £
Fähre Armadale - Mallaig       10,65 £
Fähre Kilchoan - Tobermory         9,85 £
Fähre Fishnish - Lochaline         8,40 £
Hotelkosten Deutschland (incl. Frühstück)        95+1 €
B&B/Hotelkosten Schottland (incl. Frühstück)   1624,45 £
verbrauchter Sprit     242,14 Liter
Spritkosten in Euro       94,53 €
Spritkosten in Pfund     224,41 £
Gesamtfahrleistung        4698 km