Spontane Frühjahrstour nach Sardinien

2016


Die wohl kurzfristigste Tour an der ich jemals teilgenommen habe.


1.Tag Freitag 01.04.2016

Im Vorfeld wurden die Mautvignetten für das Motorrad gekauft (2 Stück, da 10 Tage zu kurz waren). Als alle Hotels und die Fähre gebucht waren, stand dem Start nichts mehr im Wege. Noch schnell die erste Vignette geklebt nachdem die vom Vorjahr entfernt wurde und auch den Tachostand dokumentiert. Schade - 20 km zu viel zu einer tollen Anzeige.
Die ersten Kilometer brachten gleich einen Stau, den wir jedoch über die Landstraße umfuhren. Es sollte der erste und letzte Stau am heutigen Tag sein.




Das erste Drittel wurde bei sonnigem Wetter mit schöner Weitsicht gefahren. Der dann folgende Stopp fand bei einem schwedischen Möbelhaus bei "Hot-Dog mit Getränk" statt. Hier gab es sogar Motorradparkplätze direkt vor dem Eingang, so dass es auch die Sozia erfreute. Was nicht so gut war, als wir wieder starteten, war das Wetter. Total diesig und es fühlte sich kalt an. Es sollte noch ein wenig extremer werden, als wir Sachsen-Anhalt verließen...





Je höher wir fuhren, desto mehr Schnee tauchte auf. Da wir dieses Jahr so wenig davon hatten gab es an der Ausfahrt Lederhose einen kleinen Zwischenstopp. Wie zu sehen ist war es doch ein wenig mehr Schnee der hier lag. Irgendwie steigerte das Wetter die Stimmung trotzdem, denn es war bis hierhin trocken geblieben. Der Wetterbericht drohte ja mit Regen im Süden von Deutschland. Immerhin konnte die Sonne in der Entfernung ausgemacht werden und dort wollten wir hin.



Bei wieder deutlich besserem Wetter trafen wir dann in Himmelkron ein um zuerst zu Tanken und dann noch etwas aus der Drogerie zu holen. Anschließend ging die Fahrt wenige Meter weiter zur Frankenfarm. Dort wurde eine ausgiebige Rast eingelegt bei leckeren Getränken und Speisen. Der Mohnkuchen war einfach genial zum Kaffee!
Jetzt kam die letzte Etappe für den heutigen Tag.





Endlich im B&B angekommen wurde ein Parkplatz unter dem Dach genommen und das Zimmer bezogen. Dann kurz Umziehen und einen kleinen Fußmarsch zum s´Truderinger Wirtshaus gemacht. Dort gab es noch einmal etwas Deftiges bevor Pizza und Pasta die bevorzugten Speisen werden sollten. Lecker war es auf jeden Fall und sehr mächtig, denn beide hatten wir keine Lust zurück zu laufen. Es gab also ein Taxi und auf dem Zimmer wurde schnell noch der Bericht geschrieben und alle elektronischen Geräte geladen. Danach gab es die wohlverdiente Nachtruhe.



Tiefsttemperatur        5,0 Grad
Höchsttemperatur      11,0 Grad
Tagesfahrleistung        621 km


2.Tag Samstag 02.04.2016

Nachdem das Frühstück eingenommen wurde und die Sachen wieder gepackt waren, konnte der längste Fahrtag dieser Tour beginnen. Es dauerte diesen Morgen erstaunlich lange bis mein Navi die Strecke berechnete, aber wir hatten ja relativ viel Zeit. Kaum losgefahren wollte das Navi immer von der ausgeschilderten Strecke nach Innsbruck abweichen und zeigte eine Fahrzeit von mehr als 12 Stunden an. Somit fuhr ich nach Schildern und eigenem Wissen, genau wie früher. Nachdem wir in Österreich waren ging es erst einmal an eine Tankstelle. Dort gab es die lustigen Hinweise auf das WC und sogar AC/DC Bier. Nach dem Tanken wurde dann das Navi überprüft und siehe da die Mautstrecken und die Fähren waren ausgeschaltet. Nun passten die Fahrzeit und die Strecke wieder.



Die Fahrt verlief ohne Probleme. Einzig die Gegenspur hatte bei der Ausreise Wartezeiten wegen der wieder eingeführten Grenzkontrollen. Dort waren es bestimmt 5 km Stau...
Als wir dann langsam den Zustand der abgebildeten Personen von der Tankstelle hatten suchten wir uns einen Rastplatz. Münster Nord - Münster hat also jetzt Berge - mit schöner Aussicht und den freundlichen Schildern damit keiner in die falsche Richtung fährt.



Relativ schnell kamen wir an die Mautstelle vom Brenner. Die Fahrt über diesen machte richtig Spaß. Temperaturen in Österreich zwischen 15 und 20 Grad. Unglaublich für diese Jahreszeit und überall die Hinweise auf Schneeketten bis Mitte April. Kurz vor Bozen dann die nächste Pause. Mittlerweile waren es über 25 Grad. Was für ein Wetter. Die Weiterfahrt in die Po Ebene war also eine einzige Freude. Schöne Aussichten und stressfreies Vorankommen.



Kurz vor Florenz staute es sich plötzlich ein wenig auf der Strasse, aber es ging langsam weiter. Direkt an einem Tunnelausgang wurde ein Fahrzeug auf einen Abschleppwagen geladen. Der Polizist der die rechte Fahrbahn absperrte zeigte den Fahrern sie sollten zügig vorbei fahren, aber es war wohl doch eine Sensation, da alle schauen mussten. Nachdem wir dann die mautpflichtige Autobahn verlassen hatten fuhren wir die letzte Strecke bis nach Livorno. Hier wurde eine Pause mit Abendessen eingelegt. Die Emojis passten gut zu uns, allerdings wurden sie für andere zurück gelegt. An diesem Rastplatz dachten wir an Bianca, denn es gab viele Leckereien mit Nutella gefüllt. Dann begann die letzte Tagesetappe zum Hafen.



Der erste Hafen wo die Fähren sehr gut ausgeschildert waren. Ohne zu Wenden kamen wir genau dort hin wo wir hin mussten. Nachdem wir die Tickets hatten ging es zur Fähre. Dort waren sie noch beim Entladen und wir stellten uns an 5. Stelle in der 4. Reihe an. Es dauerte nur noch wenige Minuten und die Beladung begann. Außer uns waren nur noch ein Italiener und zwei Kroaten mit Motorrädern dort. Alle wurden sicher verzurrt und die Kabine konnte bezogen werden. Dann schauten wir uns das Schiff an und beobachteten die Ausfahrt bevor wir uns zur Nachtruhe begaben. Es lief hier alles ruhig und besonnen ab, keinerlei Hektik, die es auf anderen Fähren schon mal gab. Das Mittelmeer war ebenfalls ruhig, so dass es ein angenehmes Schlafen war.

Tiefsttemperatur        7,5 Grad
Höchsttemperatur      27,0 Grad
Tagesfahrleistung        723 km


3.Tag Sonntag 03.04.2016

Nach einer angenehmen Nacht standen wir zeitig auf und bereiteten uns auf die Hafeneinfahrt vor. Der Sonnenaufgang auf dem Schiff war schön und neben uns kam noch eine weitere Fähre in den Hafen eingefahren. Als wir zum Motorrad durften war wieder alles ruhig und entspannt. Diese Fährfahrt war bisher die Angenehmste. Nun konnten wir endlich nach Olbia einfahren um zu den Anderen zu stoßen. Etwas verwirrend war die neue Landstrasse, denn wir fanden die Auffahrt nicht auf Anhieb. Einige Umkehrmanöver sollten schon einmal auf Clemens seine Touren eingewöhnen. Dann fanden wir die Auffahrt, die als solche kaum zu erkennen war und das Frühstück rückte näher.

Knapp 10 km vor dem Ziel kam dann Nebel auf. Wir fuhren an einem Schild vorbei, welches ich nicht lesen konnte. Daraufhin durchfuhren wir ein Strassenfest das sich im Aufbau befand. Nun war das Schild klar, dachten wir. Die Polizei lächelte freundlich und wir hatten praktisch schon den Kaffeegeruch in der Nase bis wir plötzlich vor einer gesperrten und defekten Brücke standen. Also zurück, nur nicht wieder durch das Strassenfest. Ein anderer Weg wurde gefunden der einige kleine Stücke offroad beinhaltete. Es hielt sich aber in Grenzen, nur der Nebel wurde dichter. Endlich zurück auf der Landstrasse fuhren wir diesmal zwei Ausfahrten weiter und starteten einen neuen Versuch zu unserem Ziel zu gelangen.

Kaum vor unserem Agriturismo angekommen begrüßten uns die Anderen. Eine Katze wollte auch Motorrad fahren und kletterte erst einmal auf unsere Maschine. Später erfuhren wir das es ungefähr 21 Katzen sein sollen, aber wir haben nicht nachgezählt. Dann endlich das Frühstück mit jeder Menge Geschichten und auch die mit der fehlenden Brücke kurz vor dem Ziel. Anschließend wurden die Koffer vor die Zimmertür gestellt, da die Zimmerreinigung noch nicht fertig war. Später wurden unsere Sachen vom Personal reingestellt. Alle hier waren super freundlich und zuvorkommend. Der Nebel rund um den See lichtete sich langsam.


Unsere erste Tour führte uns zuerst zu L´Elefante, ein Elefant der schon seit vielen Jahren auf der Insel verweilt. Da er von der Gegenlichtseite einfach besser aussah lichteten wir ihn trotzdem so ab. Nachdem alle ihn gefüttert hatten ging es zum ersten Cappu-Stopp weiter nach Castelsardo. Ein schöner Ort mit immer schöner werdendem Wetter.





Weiter führte uns die Tour zur Westküste in den Bergwerksort Argentiera, eine Geisterstadt wo damals Silber abgebaut wurde. Hier verweilten wir ein wenig bevor wir zum nächsten Ziel aufbrachen.







An einem kleinen Platz in Pozzo San Nicola fanden wir ein nettes Lokal mit regionalen Köstlichkeiten. Hier wurde sich gestärkt für die Zeit bis zum Abendessen. Die zwei Frauen waren sehr nett und flink und versorgten uns mit allem was wir auswählten.







Nachdem wir also gestärkt waren ging es diesmal an den nordwestlichsten Punkt - Stintino. Der legendäre Paradiesstrand La Pelosa ist wegen seiner unbeschreiblichen Farben bekannt. Die im Hintergrund zu sehende Isola Asinara war einmal Gefängnis, ist heute aber ein Nationalpark.
Von diesem Punkt aus begann die Heimreise vorbei am Stagno di Casaraccio, wo wir in einiger Entfernung Flamingos sahen.





Ungefähr 40 km vor dem Quartier sollte getankt werden. Die Technik mit Tankautomaten kostete Steffen 10 € Erfahrung und mich eine falsche Zapfsäule. Zum Glück hatten hinterher alle den Tank wieder gefüllt bevor es zur Basilica di Saccargia ging. Diese wurde besichtigt und danach gab es einmal um das Gelände herum einen weiteren Cappu.





In unserem Agriturismo Pedru Caddu angekommen gab es das berühmte Feierabendbier und nachdem alle entsprechend vorbereitet waren das zur Halbpension gehörende Abendessen. Manuela und ich sind nach diesem langen Tag ins Bett gefallen und praktisch sofort eingeschlafen.







Tiefsttemperatur      10,0 Grad
Höchsttemperatur      25,0 Grad
Tagesfahrleistung        342 km


4.Tag Montag 04.04.2016

Der heutige Tag sollte uns nach Bosa führen. Auf dem Weg dorthin gab es in Pozzomaggiore einen der wenigen Cappu Stopps mit anderen Leckereien vermischt. Die Fahrt durch die grünen Landschaften der Insel war sehr abwechslungsreich und schön.




Relativ schnell kamen wir in Bosa an und es wurde ein geeigneter Parkplatz am Piazza IV Novembre gefunden. Von hier aus machten wir einen Rundgang durch die Altstadt. Es war mittlerweile so warm das sich alle eine Pause wünschten. Somit teilte sich die Gruppe in zwei Teile. Der eine Teil wanderte durch die Altstadt im Schatten der Häuser.



Die andere Gruppe schlenderte unter den Palmen am Ufer des Temo entlang. Die Altstadtgruppe verweilte zur Pause am Piazza und die vier anderen gegenüber dem Fluss. Nach einer ausreichenden Abkühlung sollte es einen Abstecher zum Meer gehen, denn Bosa liegt etwas Landeinwärts.




Am Meer angekommen postierten wir die Motorräder auf der Promenade, da der Weg dort befestigt war und es sogar eine Auffahrt gab. Nach einem Test der Wassertemperatur sollte dann der Heimweg beginnen. Als wir an Bosa vorbei kamen gab es noch einen letzten Fotostopp um die Stadt abzulichten. Weiter sollte es zum nächsten Cappu-Stopp gehen.



Der Stopp fand erneut bei der Basilica di Saccargia statt. Hier wurde beschlossen das es besser ist in Tula zu Tanken als erneut mit dem Tankautomat zu kämpfen. Nachdem dies erledigt war fuhren wir dann ins Quartier zurück.





Tiefsttemperatur      16,5 Grad
Höchsttemperatur      25,5 Grad
Tagesfahrleistung        227 km


5.Tag Dienstag 05.04.2016

Die heutige Tour führte uns zuerst um den Lago del Coghinas. Dieser gewaltige See ist für den morgendlichen Nebel verantwortlich. Auch hier ist zu beobachten das die Straßenschilder beschossen wurden, ganz wie auf Korsika. Der weitere Weg geht heute Richtung Nordosten der Insel. Die Fahrt durch die Berge sind ein einziges Kurvenparadies.





Als nächstes kam der Stausee Lago del Liscia. Das kleine Sackgassenschild ignorierte Clemens, da sein Garmin meinte die Strasse geht weiter. An der Staumauer war dann aber Schluss, denn das Tor war zu. Somit durften wir diese 11 km wieder zurück fahren und dann wurde erst einmal eine Cappu-Pause in Sant´Antonio di Gallura eingelegt.





Das Etappenziel der Costa Smeralda wurde erreicht. Hier tummeln sich also die, die etwas besser Bestückt sind oder meinen das sie es wären. Die Stadt wirkt schon entsprechend und im Sommer muss hier die Hölle los sein. Nach dem Blick von der einen Seite wollen wir versuchen auf der anderen Seite eventuell einige Jachten zu sehen. Somit wechselten wir die Stelle in Porto Cervo.




Ein paar Jachten waren da, aber die über 100 Meter Jachten fehlten noch. Der Ort wirkte auch noch verschlafen. Es dauert sicherlich noch ein paar Wochen bis hier das Leben erwacht. Wir fahren weiter und schauen uns diese Ecke der Insel noch ein wenig genauer an.





Beim nächsten Stopp in Poltu Quatu trafen wir zwei Hessen die an einer Tauchschule und Bootsverleih waren. Der Weg hierher wurde fast nur durch Zufall gefunden, da die Straßen sehr eng waren. Die Straße zum Wasser war abfällig und die Motorräder wurden entsprechend geparkt. Die Ausfahrt war ebenfalls eine Einbahnstraße wo am Ende eine kleine offroad Einlage kommen musste um die Asphaltstraße wieder zu erreichen.



Eine auf dem Weg liegende Bar wurde angesteuert für die Mittagspause bevor es weiter nach Porto Pozzo ging. Hier fuhren wir bis an den Strand. Diese Ecke gefiel uns sehr gut, denn hier waren wir wieder Abseits der Costa Smeralda. Diese Gegend passt besser zu uns, aber gesehen haben muss man das alles einmal. Nach diesem spontan eingelegten Zwischenstopp sollte es weiter nach Santa Teresa Gallura gehen.





Zuerst einmal wurde es eine unglaubliche Fahrt den Ort herunter. Was für ein Gefälle. Am Wasser angekommen befanden sich dort so viele Motorradparkplätze, dass wir alle Platz hatten. Von hier aus konnte man Korsika sehen und auch eine Mobi Fähre, die sich gerade auf den Weg dorthin begab. Nun standen wir schon einmal auf beiden Seiten um zur anderen Insel herüber zu schauen.





Als Abschluss des Tages gab es freies Fahren für alle. Wir nutzten die Gelegenheit einmal direkt zu unserem See zu fahren und dort Vögel und Angler zu beobachten. Von hier aus ging es zur Tankstelle und zum Supermarkt um Wasser zu kaufen. Danach begaben wir uns zurück zu unserem Agriturismo um unseren letzten gemeinsamen Abend dort zu verbringen.





Tiefsttemperatur      18,0 Grad
Höchsttemperatur      31,0 Grad
Tagesfahrleistung        305 km


6.Tag Mittwoch 06.04.2016

Das letzte Frühstück im Agriturismo. Danach folgte das Packen und das Motorrad beladen. Die Chefin und die Köchin kamen um uns zu verabschieden. Es war sehr schön hier und wir werden gerne wieder kommen. Clemens sagte wir kommen in zwei oder drei Jahren wieder, oder morgen, wenn das andere Hotel nicht gut ist. Daraufhin lachten alle.





Unser Weg führte uns zuerst nach Ozieri die Berge hoch bis Bultei. Unterwegs immer wieder schöne Ausblicke, egal zu welcher Seite. Weiterhin wurden wir von ziemlich vielen Kühen heute beneidet. Sie schauten immer als ob sie gerne mit wollten. Da wir alle voll beladen waren konnten wir keine mitnehmen.



Auf der Fahrt kamen wir immer wieder durch beeindruckende Landschaften, Fotos wurden, trotz Gegenlicht gemacht und es gab Orte mit Wandmalereien. Dauernd ging es die Berge im Slalom rauf und wieder runter. Man konnte schon fast Seekrank werden von dem ganzen Hin und Her. Ob es so dem Fiat Fahrer vor Steffen und mir erging wissen wir nicht, aber plötzlich kam er rechts von der Fahrbahn ab. Eine riesige Staubwolke wirbelte er auf, schaffte es aber vor dem Einschlagen in die Leitplanke auf die Fahrbahn zurück. Zum Glück für alle ist nichts passiert und wir fuhren weiter.

Nach der einen oder anderen Ortsdurchfahrt, teilweise mit Cappu-Pause, kamen wir dann am Lago di Gúsana vorbei. Hier gab es einen Fotostopp und die Absprache bald eine Rast mit Kleinigkeiten zu machen. Wir fuhren immer weiter auf den Punta La Marmora zu, der noch ein wenig Schneebedeckt war. Dort mussten wir einen knapp 2 km Tunnel fahren in dem nur 10 Grad waren. Allen war dort drinnen kalt.



Endlich am Ziel dachten wir bei der Einfahrt was uns dort wohl erwarten würde. Von außen war die schöne Anlage nicht zu erkennen. Alle fuhren direkt vor die Rezeption um die Zimmer zu beziehen und abzuladen. Danach wurde noch das Abendessen aus einer Auswahl bestellt und fast alle machten sich noch einmal auf zu einer Erkundungsfahrt.



Das eine oder andere Mal musste gewendet werden, dies tat aber der guten Laune keinen Abbruch. Endlich fanden wir eine kleine Bar am (Kies) Strand von Marina di Gairo die offen hatte und wir ließen die Seele baumeln. Dazu gab es einige Erfrischungsgetränke und einige Fotos am Strand. Das war jetzt wirklich Urlaub so zu relaxen.





Tiefsttemperatur      17,0 Grad
Höchsttemperatur      27,0 Grad
Tagesfahrleistung        236 km


7.Tag Donnerstag 07.04.2016

Unser erster Weg führte uns zu den roten Felsen von Arbatax. Dort erklommen einige den Ausschnitt im Felsen und andere fotografierten oder genossen den Anblick. Ein paar Ziegen kamen noch den Berg herunter, ähnlich wie wir das derzeit immer tun. Rechts und links um die Felsen herum.






Die nächste Etappe bescherte uns ein Gefälle von 20 Prozent. Als wir das herunter fuhren war mir noch nicht klar dass dies eine Sackgasse ist und wir wieder zurück müssen. Allerdings war es diese Straße wert zwei Mal gefahren zu werden. Am Ende erwartete uns ein tolles Fleckchen Erde genannt Pedra Longa.




In Baunei endlich wieder ein Cappu-Stopp den einige für die Besichtigung der kleinen Kirche nutzten. Andere kauften Magneten für ihren Kühlschrank und Jens fand bisher noch keinen Pin. Nach der Pause fuhren wir weiter durch die Berge teilweise durch halb offene Tunnel. Die Straßen und die Aussichten sind phantastisch.




Noch ein paar Impressionen von der Fahrt durch die Berge. Langsam ging unsere Tour wieder Richtung Hotel, da die Insel doch sehr groß ist. Durch die vielen Kurven und das ständige Auf und Ab ist die Durchschnittsgeschwindigkeit nämlich auch nicht sehr hoch, obwohl wir recht zügig unterwegs waren.





Was haben TomTom und Garmin gemeinsam? Manchmal wissen beide nicht das eine Brücke nicht mehr befahrbar ist. Somit wurden Ersatzwege erkundet, die allerdings nur von alleine fahrenden Enduristi erklommen wurden. Die Tourenfahrer und die Paarfahrer nahmen dann die 6 Kilometer zurück in Kauf und trafen die anderen nach fast 20 km endlich wieder.





Ein weiterer Stopp kam in Orgosolo. Hier machten wir einen kleinen Stadtrundgang denn diese Stadt hat Protestbilder als Wandmalereien. Sicherlich sehr ungewöhnlich und bestimmt nicht für jedemann schön, aber doch einmal sehenswert. Zufällig war auch noch eine Cappu-Bar in der Nähe bevor wir weiter fahren mussten.





Kurz vor dem Ziel wurde noch ein Abstecher Richtung Gairo gemacht. Dort soll es eine Geisterstadt geben. Bevor wir jedoch dort ankamen hatten wir einen grandiosen Ausblick in das Tal. Auf den Fotos kommt die Tiefe gar nicht wirklich zur Geltung. Ein wahnsinniger Anblick und auch wahnsinnig zu fahren. Dann kamen wir endlich nach Gairo und durchfuhren den Ort.





In Gairo Vecchio schauten wir uns die Geisterstadt an. Hier gab es 1951 sechs Tage lang so viel Wasser das diese Stadt durch eine Schlammlawine untergegangen ist. Kaum vorstellbar was hier los gewesen sein muss an so einem Hang. Die Bewohner errichteten neue Städte. Das hierher durchfahrene Gairo Sant´Elena oberhalb der Geisterstadt, am Meer Gairo Cardedu und auf Felsen Gairo Taquisara.
Nun wollten alle nur noch zurück ins Hotel um das hervorragende Essen zu genießen.





Tiefsttemperatur      16,0 Grad
Höchsttemperatur      25,5 Grad
Tagesfahrleistung        277 km


8.Tag Freitag 08.04.2016

Aufgrund der Wettervorhersagen und der Erfahrungen mit Sardischen Straßen haben wir den heutigen Tag spontan und schnell umgeplant. Die ursprüngliche Strecke war mit über 300 km einfach kaum zu schaffen. Somit führte uns der Weg erst einmal wieder nach Gairo und diesmal weiter nach Gairo Taquisara.





Weiter kamen wir durch Orte mit Wandmalereien, machten Panoramaaufnahmen und kamen dann an unseren Abzweig von der Staatsstraße. Jetzt begann unsere "Tour de Zoo" mit unterschiedlichsten Straßenbelägen. Es war ein Genuss so alleine durch die Natur zu fahren, abseits des normalen Straßenverkehrs.




Dieser eingeschlagene Weg oben in den Bergen war einfach nicht zu beschreiben. Eine absolute Ruhe, tolle Landschaft und fast durchgehend guter Straßenbelag. Immerhin ist es eine offizielle Straße und kein Nebenweg, aber trotzdem begegnete uns kein anderes Fahrzeug.





An einer Kehre hielten wir an um eine kleine Anhöhe zu nutzen das weitläufige Tal zu fotografieren. Hier gab es um diese Jahreszeit weiß blühende Erika. So etwas hatten wir alle noch nicht im April gesehen. Zum Glück war der anfängliche Wind nicht mehr da und die Temperaturen in den Bergen wurden auch wieder erträglich. Zumindest die Frauen freuten sich darüber sehr.





Unterwegs gab es eine Gabelung und die Navis hatten unterschiedliche Meinungen. Somit teilte sich die Gruppe auf. Einige konnten sich unterwegs die Hände wärmen, andere machten einfach nur eine Pause. Eigentlich dachten wir die anderen drei kommen zurück, aber es wurde beschlossen zur nächsten Cappu-Pause zu fahren. Dort saßen dann schon die Anderen. Man weiß wo man sich wieder findet.





Ab hier ging es wieder gemeinsam bis nach Santa Maria Navarrese. Dort wurde ausgiebig der Strand besichtigt, viele Fotos geschossen und Gelati getestet. Es gibt Menschen die behaupten einige hätten mehrere Gelati nacheinander getestet, aber ich halte das für ein Gerücht.





Nach dem Eis stand der Rest des Nachmittages zur freien Verfügung. Einige fuhren sofort ab, andere genossen noch diesen Ort und machten Strandspaziergänge. Es badete sogar ein Paar, aber das Wasser war noch recht kühl. Wir trafen noch einen Einheimischen, der uns ein wenig Informationen gab, da er gut deutsch konnte und auch Motorrad fuhr. Hier kamen auch noch zwei Mädels auf Motorrädern vorbei. Anscheinend ein echter Bikertreffpunkt hier.



Wir beschlossen zurück zu unserer Strandbar zu fahren und als wir dort eintrafen saßen schon alle anderen dort. Wir mussten lachen, denn das war nicht abgesprochen. Nachdem wir dann noch das Ende der Straße erkundet hatten fuhren wir zurück zum gemeinsamen Abendessen.






Tiefsttemperatur      10,5 Grad
Höchsttemperatur      26,0 Grad
Tagesfahrleistung        184 km


9.Tag Samstag 09.04.2016

Wieder eine extra geplante Tour die ebenfalls nicht zu lang werden sollte. Heute war der einzige Tag an dem mit gelegentlichem Regen gedroht wurde. Um es vorweg zu nehmen, das wenige das wir ab bekamen war erträglich und es lohnte sich nicht auf die wasserdichte Kleidung umzurüsten. Was jedoch zum Start der Tour sehr extrem war, war der Wind. Dafür gab es auch gleich ein Kunstobjekt irgendwo oben auf einem Berg.



Als wir in Escalaplano ankamen wurde mal wieder ein Cappu-Stopp eingelegt. Hier zauberte eine nette Italienerin freihändig schöne Motive in die aufgeschäumte Milch. Da machte doch die Pause gleich doppelt so viel Spaß. Da die Tour Berge und Strand hieß wollten wir nun bergab zum Strand.




Ja der Strand. Eigentlich sehr nah und doch so fern. Suchten wir uns doch zuerst eine Zufahrt die teilweise unbefestigt war. Ob wir durch Schilder abgehalten wurden wissen wir nicht. So gut ist unser Italienisch nicht, also Augen zu und durch. Dann kamen plötzlich die Hinweise auf militärisches Sperrgebiet. Auf einem Schild stand das der Strand zu gewissen Zeiten befahren werden darf, aber wir entschieden uns eine Cappu-Pause einzulegen.




Eine herrliche Pause in einem Lokal wo auch die Brummi-Fahrer abstiegen. Das musste gut sein hier und Jens fand sogar seinen Pin. Clemens testete Spaghetti zum Cappu und sorgte für neidische Blicke. Die Paninis waren aber auch sehr lecker. Zwischenzeitlich kamen zwei Schwertransporte vorbei die uns freundlich grüßten. Ab hier fuhr wieder jeder zurück wie er wollte.



Wir fuhren zuerst zum Sandstrand nach Perdepera. Den hatten wir immer nur gesehen auf dem Weg zu unserer Strandbar. Wie weitläufig hier alles ist. Was muss hier wohl im Sommer los sein? Wir waren jedenfalls alleine und konnten alles in Ruhe genießen. Danach fuhren wir kurz ins Hotel und planten einen Ausflug nach Arbatax. Wir wollten eine Post suchen.



Bis Arbatax begegnete uns keine Post, somit schauten wir uns noch einmal den roten Felsen an. Heute war das Licht anders als letztes Mal. Dann beschlossen wir zurück zu fahren, da ja die angedrohten Regenwolken gelegentlich vorbei kamen. Kurz vor unserem Ziel bekam Manuela noch ein paar Schafe vor die Linse, die sich durch das Wetter nicht stören ließen.



Kurz vor dem Hotel gab es eine Abzweigung. Da noch Zeit bis zum Essen war entschied sich Jens spontan zu testen wohin die Straße führt. Anfangs ging es noch recht passabel bergauf, aber zwischenzeitlich fehlte mal wieder Asphalt und die Steigung wurde immer steiler. Oft war sogar nur fahren im 1.Gang möglich. Als das Navi noch 2,1 km geradeaus zeigte und es nur noch unbefestigte Straße war, beschlossen wir nach einem Fotostopp umzudrehen. Die Aussicht von hier oben war schon unglaublich und es hat sich wirklich gelohnt.

Der entdeckte Stein mit dem Hinweis auf den Grillplatz zeigte uns das wir am Monte Ferru waren. Die Abfahrt begann dann mit leichten Regentropfen und es bestätigte sich das es die korrekte Entscheidung war zurück zu fahren. Endlich wieder auf der Straße zum Hotel überholten wir noch drei Spaziergänger unserer Reisegruppe. Alle trafen sich dann zum letzten gemeinsamen Abendessen.





Tiefsttemperatur      10,0 Grad
Höchsttemperatur      20,5 Grad
Tagesfahrleistung        255 km


10.Tag Sonntag 10.04.2016

Heute morgen wurden nach dem Frühstück die Taschen gepackt um die Motorräder zu beladen und die Rechnungen beim Hotel beglichen. Es war sehr schön hier, denn dieses Hotel hatte schließlich extra für uns geöffnet. Dann stellten sich alle auf um die letzten gemeinsamen Kilometer in Angriff zu nehmen.





Der Himmel war wieder annähernd wolkenlos, nur in den Bergen waren einige Straßen noch feucht. Ein gescheiterter Cappu-Stopp bescherte uns dann einen geschlossenen Bahnübergang. Mitten in den Bergen kam ein Zug vorbei. Das war hervorragend von Clemens organisiert worden...




Mal wieder ein ungeplanter Zwischenstopp wegen einiger Kühe. Diesmal waren zwei dabei die flüchten wollten. Eine scheiterte am Hang und lief zu einer anderen Stelle während eine andere relativ elegant über die Leitplanke sprang. Das hätte ich nicht gedacht das die Kuh da so locker rüber springen kann.




Da der Handyempfang und auch das Internet auf Sardinien sehr dünn sind, begegnete man unterwegs immer wieder Menschen am Straßenrand die dort wohl eine Verbindung gefunden hatten. Die Fahrt führte uns durch die Berge über wieder hervorragende Strecken mit super Ausblicken. Unglaublich, wir kamen uns immer wieder vor wie Bergziegen...
Eine weitere Cappu-Pause brachte uns in Ulà Tirso in eine kleine Bar zu einem Sammler von Kappen. Das ganze Lokal war damit dekoriert. Es waren auch deutsche Kappen dabei.


Nachdem wir eine weitere der vielen Talsperren, dem Lago Omodeo, überquerten gab es einen Fotostopp mitten auf der Brücke. Da es hier noch keine Saison ist kam nicht ein weiteres Fahrzeug vorbei. Weiter ging die Fahrt wieder nach oben. Dort bewegten wir uns auf einer riesigen Hochebene. Dann kam der Punkt der Mittagspause nahe Borore. Allerdings müssen einige noch lernen in welche Richtung man durch einen Kreisverkehr fährt. Jens war so geschafft, dass er nicht einmal mehr eine Blumenvase anheben konnte. Nach gemeinsamer Stärkung gab es die große Verabschiedung, denn die fliegende Gruppe musste zum Motorrad beladen nach Argentiera und wir zur Fähre nach Olbia. Ab hier begann somit unsere alleine geplante Rückreise.

Die Fahrt an Tula vorbei Richtung Olbia war für uns das erste Mal mit hervorragender Sicht. Ansonsten hatten wir morgens immer Nebel gehabt. Es war ja Sonntag und die Baustelle der Staatsstraße war still und bequem zu fahren. Sehr schnell waren wir dann in Olbia und wir steuerten erst einmal den Hafen an.





Hier lagen die Boote der Piloten, einige Jachten und die Quallen fühlten sich sichtlich wohl. Die Jugend traf sich um sich mit dem Roller, mit dem Auto oder zu Fuß zu präsentieren. Jannik hätte hier wieder seine Freude gehabt - Roller ohne Ende und nette Italienerinnen, die oft selber Roller fahren. Leider hatten wir keinen Platz ihm eine Sozia mitzubringen. Dann wurde es langsam Zeit in den Fährhafen zu fahren und die Tickets abzuholen.



Nach einer relativ kurzen Wartezeit wurde die Fähre beladen und wir konnten in unsere Kabine. Ein kleines Abendessen hatten wir uns mitgebracht und wir beobachteten auch noch ein wenig die Beladung der drei dort liegenden Fähren. Danach war dann Nachtruhe angesagt da die Fahrt relativ zeitig zu Ende sein würde.



Tiefsttemperatur      12,5 Grad
Höchsttemperatur      21,5 Grad
Tagesfahrleistung        325 km


11.Tag Montag 11.04.2016

Sechs Uhr wurden wir freundlich aufgefordert unsere Kabine zu räumen. Wir waren schon fertig und vorbereitet, so dass wir die Ankunft des Piloten, den Sonnenaufgang über Livorno und die Hafeneinfahrt in Ruhe beobachten konnten. Danach dann auf das Motorrad, aus dem Hafen heraus und knapp über 20 km nach Pisa. Zum Glück hatte ich mir 2010 gemerkt wo die Motorradparkplätze waren.



Morgens um halb Acht sind nur wenige Touristen da und wir hatten einen grandiosen Blick auf die vier Bauwerke. Letztes Mal waren wir hier mit gefühlten 1 Mio. Personen und diesmal war es möglich auch Fotos ohne Besucher zu machen. Wir liefen dann über die komplette Anlage und sahen uns alles in Ruhe an bevor wir den weiteren Weg auf uns nahmen. Eine tolle Entscheidung sich dies hier noch einmal anzusehen.



Nachdem wir unseren Parkplatz verlassen hatten ging es zur Autostrada. Jetzt mussten wir an Florenz und Bologna vorbei und dann durch die Po-Ebene bis zu unserem Ziel. Nachdem wir den Po überquert hatten war es nicht mehr sehr weit auf der mautpflichtigen Autobahn und wir verließen sie bei Rovigo.




Ab jetzt fuhren wir immer auf dem Deich entlang neben Flüssen oder Kanälen und teilweise durch kleine nette Orte. Eine sehr schöne Strecke mit herrlicher Aussicht. Leider konnten wir nicht komplett auf dem Deich fahren, da zum Ende hin die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt war. Durch die Umleitung kamen wir ein Stück an der venezianischen Lagune entlang durch Ca´ Bianca, Ca´ Pasqua und Punta Gorzone bis nach Sottomarina.



In Sottomarina angekommen fuhren wir zu unserem Hotel und bezogen unser Zimmer im dritten Obergeschoß mit Blick auf den Golfo di Venezia. Ein sehr schönes Hotel mit sehr schönem Ausblick und man spricht sogar Deutsch. Die Begrüßung sehr herzlich und sehr hilfsbereit in allen Fragen. Leider ist hier noch keine Saison und somit hat das hoteleigene Restaurant noch nicht geöffnet. Nach dem Abladen und Umziehen begaben wir uns auf einen Spaziergang.



Erst am Strand entlang, wo die Vorbereitungen für die Saison an jeder Ecke zu beobachten war. Dann weiter bis zur Mole mit den Fischerhütten. Auch hier wurde überall gearbeitet und gewerkelt. Auf dem Weg entdeckten wir in der Ferne sogar Venedig. Ein grandioses Wetter mit entsprechenden Sichtverhältnissen. Weiter führte uns der Weg durch die Altstadt am Fischereihafen vorbei. Nachdem wir Sottomarina ein wenig erkundet hatten und auch ein Gelati getestet wurde, wollten wir uns die Stadt Gioggia ansehen. Dieser Ort wird auch "Klein-Venedig" genannt, da er auch viele Kanäle und kleine Gassen besitzt.


Hier in Gioggia ist immernoch der Fischfang präsent und hier fahren auch die Linienboote ab, mit denen wir am nächsten Tag nach Venedig wollen. Die Abfahrtzeiten wurden notiert und dann konnte der Ort weiter erkundet werden. Hier sind Brücken und Sackgassen, da überall Wasserstraßen sind. Einige Male mussten wir uns auf der vom Hotel mitgenommenen Karte orientieren. Es war nicht einfach, aber es wurde sogar ein Geldautomat gefunden. Da es davon zu wenige zu geben scheint, musste ein wenig angestanden werden. Frisch mit Euros bewaffnet konnte es weiter gehen durch den Ort auf der Suche nach einem Restaurant.


Wir fanden ein Lokal in einer der vielen Seitenstraßen. Nachdem wir es uns gemütlich machten kam eine Gruppe Österreicher dazu und nahm neben uns am Tisch platz. Manuela bestellte sich als Vorspeise Cozze (ausgesprochen Kotze - klingt nicht lecker, ist aber so) und Jens Sardinen mit Zwiebeln. Das war schon einmal eine sehr gute Entscheidung. Nun warteten wir auf unseren Hauptgang. Ich freute mich auf Seppie, den ich schon einmal in meinem Leben hatte und darauf freute ich mich besonders. Manuela wusste nicht was ich bekomme, sie hatte sich Gnocchi mit Muscheln bestellt. Als das Essen kam staunte sie nicht schlecht, denn meine Tagliatelle mit Seppie wurden in eigener Tinte zubereitet. Nach dem Essen sah ich aus, als wäre eine Füllerpatrone beim darauf rumbeißen geplatzt. Die Farbe verschwand schnell, aber der super leckere Geschmack blieb noch eine ganze Weile im Gaumen.

Beim Verlassen noch schnell ein Foto von der Werbung des Lokales, damit wir später noch wissen wo wir waren. Dann begann der Rückweg nach Sottomarina zu unserem Hotel und ein weiterer schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Wir fielen ins Bett und schliefen sehr gut.





Tiefsttemperatur        9,5 Grad
Höchsttemperatur      24,0 Grad
Tagesfahrleistung        337 km


12.Tag Dienstag 12.04.2016

Der Tag begann mit einem sehr schönen Sonnenaufgang. Danach folgte ein tolles Frühstück mit reichlich Auswahl. Besonders die vielen Kuchenleckereien waren ein Genuss. Für Bianca hatten sie sogar eine Nutellatorte, aber leider konnten wir die nicht mitnehmen. Außerdem fanden wir einen Ferrari den sogar wir uns leisten könnten, jedoch fehlt uns das passende Kind dazu...
Nach dem Frühstück wurde sich dann für den Tag ohne Motorrad vorbereitet. Laut Internet erwartete uns sehr schönes Wetter, obwohl mittlerweile ein wenig Nebel aufzog.

Nun folgte unsere Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Gioggia. Zuerst mit dem Vaporetto bis nach Litorale di Pellestrina. Dort in einen Bus zur Weiterfahrt. Von Litorale di Pellestrina nach Litorale di Lido nutzt der Bus die Fähre. Hier passierte etwas Witziges. Ein österreichisches Paar war auf der Fähre und der Sohn blieb im Bus. Als der Bus plötzlich die Türen schloss um wenige Meter vor zu fahren drückte der Junge wie aufgeregt den Stopp Knopf. Es machte "pling pling pling" und die Eltern mussten schmunzeln. Auf der Litorale di Lido angekommen fuhr der Bus weiter bis nach Lido. Dort stiegen wir wieder in ein Vaporetto um nach Venedig zu fahren.

Es war zwar immer noch neblig, aber diese Anreise war trotzdem beeindruckend. Alles sah schön und umwerfend aus. Die vielen Boote und die immer wieder auftauchenden Gondeln machten das Bild von Venedig perfekt. So kennt man die Stadt aus Film und Fernsehen.






Wir schlenderten über einen Markt mit Obst und Gemüse, danach weiter zum Fischmarkt und dann durch die Gassen bis zur Rialto Brücke. Diese wird gerade renoviert, ist also von außen verkleidet, aber auf der Brücke tobte das Leben. Plötzlich schmiss sich ein junges Mädel mir vor die Füsse, jedoch war sie umgeknickt. Es lag also nicht an mir. Manuela wollte es fast nachmachen, abgelenkt von den vielen Geschäften. Am Ende der Rialto Brücke gab es einen kurzen Besuch im hiesigen Hard Rock Café bevor der weitere Weg zum Markusplatz folgen sollte.

Auf dem Weg kehrten wir noch schnell auf eine Pizza ein um dann gestärkt auf den Markusplatz zu gelangen. Alle Menschen die nicht auf der Rialto Brücke waren, befanden sich hier. Unglaublich, aber auch sehr groß. Das wirkt im Film nicht so riesig. In den Straßencafés spielten abwechselnd immer Live Kapellen jedoch nicht meine Musikrichtung. Jeder versuchte jeden mit irgend einem Hintergrund zu fotografieren. Je Foto ein Euro und wir wären Reich (grins).



Zu den Massen von Touristen gesellten sich dann auch noch die Tauben. Anscheinend sind hier je Tourist eine Taube vorrätig. Für Kinder eine Freude aber für Erwachsene auch ein Ärgernis. Setzen sie sich doch einfach auf Schultern oder Arme und "klauen" das Essen aus der Hand. Der Markusplatz wurde dann noch ausgiebig besichtigt bevor wir wieder in ein Vaporetto stiegen.



Das hin und her fahren mit dem Tagesticket war eine wunderbare Entscheidung, denn über den Grand Canal führen nur vier Brücken. Nun ging es noch auf die Ponte dell´Accademia für ein Foto vor dem Grand Canal mit uns. Wir durften auch diverse Paare fotografieren. Hier lernt man schnell fremde Menschen kennen obwohl man sie nicht versteht. Danach stiegen wir wieder in ein Vaporetto und diesmal umrundeten wir die Stadt.



Die vielen Impressionen kann man hier gar nicht wiedergeben. Das muss man erlebt haben und ein Tag ist für diese Stadt sowieso zu wenig. Mit Beginn der Dämmerung begann unser Rückweg zum Hotel. Wieder mit Schiff, Bus, Bus auf Fähre, Bus, Schiff und zu Fuß zum Hotel. Das war ein gelungener Abschluss in Italien, denn morgen beginnt die Heimreise.





Temperatur laut Wetterbericht bis 22 Grad



13.Tag Mittwoch 13.04.2016

Der erste Tag der Heimreise begann mal wieder mit dem herrlichsten Wetter. Zuerst an der Venezianischen Bucht entlang. Heute waren viele Lkw unterwegs, aber als einzelner Motorradfahrer geht das Überholen einfacher als in einer Gruppe. Endlich an der Autobahn angekommen wurde ein Mautticket gezogen und die Reise konnte beginnen. Nach einer Zeit war es mal wieder nötig zu Tanken und dann ging es gleich weiter. Wir waren gut gelaunt und legten erst in Südtirol die nächste Pause ein.



Die Pause war sehr ausgedehnt und es kamen noch Korsen auf der Fahrt nach Deutschland zu uns und begrüßten Manuela. In der Zwischenzeit organisierte ich etwas leckeres zu Essen und nachdem wir dann zufrieden die Weiterfahrt angehen konnten wurde die Fahrt wieder sehr entspannt. Bald kam der Brenner und wir waren in Österreich. In Innsbruck führt dann ein Tunnel unter der Skisprungschanze durch (zumindest sieht es so aus).



Nachdem wir auf der Hinfahrt Münster-Nord als Raststätte hatten, nahmen wir diesmal Münster-Süd. Hier gab es wieder diese Automaten mit den ausgefallenen Getränken. Wir testeten ein paar davon, nachdem eine freundliche Dame den Service am Gerät gerade fertiggestellt hatte. Danach hofften wir auf eine ruhige Ausreise aus Österreich, da dort auf der Hinfahrt kilometerlanger Stau war.



Die Grenzkontrolle verlief in der Vorbeifahrt. Wir hatten aber auch die Helme aufgeklappt, damit man uns erkennen konnte. Was nicht wirklich schön war, war der Anblick des Himmels in Deutschland. Immer dunkler werdend und gelegentliche Blitze. Ein Tankstopp ließ uns dann wetterfest umziehen und die letzten Kilometer nach Lenting wurden gefahren. Abends gab es dann herzhaftes Essen und wir fielen mal wieder satt und zufrieden ins Bett.



Starttemperatur      19,0 Grad
Höchsttemperatur Österreich      26,0 Grad
Brenner Autobahn      16,5 bis 20,0 Grad
Tiefsttemperatur Deutschland        9,5 Grad
Tagesfahrleistung        643 km


14.Tag Donnerstag 14.04.2016

Heute geht es also nach Hause. Zuerst das Motorrad wieder beladen und dann die defekte Glühlampe wechseln, die es in einem Baumarkt gab. Bei Nürnberg-Feucht musste die Sozia zu einem gewissen Örtchen. Danach entdeckten wir noch die Saturn V auf dem Rastplatz. Was diese hier zu suchen hat müssen wir noch ergründen. Zurück auf der Autobahn sollte es trocken bleiben bis Thüringen.



Am Hermsdorfer Kreuz wurde getankt und eine kleine Mittagspause eingelegt. Der Spritpreis war okay für eine Autobahntankstelle, aber der Rasthof selbst wirkte so nachhaltig schlecht das wir den in Zukunft meiden werden. Absolut nicht empfehlenswert. Dank einem angedrohten Stau vor dem Schkeuditzer Kreuz wurde schnell auf die A38 abgebogen um dann über Eisleben und Aschersleben auf die B6N zu kommen. Am Rastplatz Brockenblick noch eine kurze Pause und dann der Rest der Tagestour.



Zu Hause angekommen wurden die Sachen nach oben gebracht. Unsere nette Nachbarin gab uns gleich die angefallene Post und Jens beschloss bei diesem Wetter das Motorrad gleich zu reinigen und dann sauber und vollgetankt in die Garage zu stellen. Das war die Frühjahrstour 2016. Vielen Dank das wir kurzfristig einspringen und dabei sein durften.




Tiefsttemperatur        9,5 Grad
Höchsttemperatur      17,0 Grad
Tagesfahrleistung        524 km


Fazit unserer Reise:

Sardinien hat die buntesten Asphaltstraßen: weiß, gelb, orange, rot, blau, grün, grau, schwarz.

Es kostete mich eine H7 Lampe.

Nichts ging kaputt außer zwei Socken und ein paar Sommerhandschuhe.

Wir hatten keinerlei Platzprobleme.

Diese Insel muss in Zukunft noch einmal besucht werden.

Ich danke der Reisegruppe das wir so kurzfristig dabei sein durften.


2 x Maut Österreich 10 Tage für Motorräder       10,20 Euro
2 x Maut Österreich Brenner       18,00 Euro
Maut Italien       74,50 Euro
Fähre Livorno-Olbia und zurück mit Kabine     184,00 Euro
Hotelkosten (incl. Frühstück und auf Sardinien Halbpension)   1027,00 Euro
verbrauchter Sprit     261,32 Liter
Spritkosten     362,32 Euro
Gesamtfahrleistung        4979 km