Das 11. Colt Motorcycle weekend in Schladming/Österreich

09. - 13. Juli 2015


Meine erste Teilnahme


1.Tag Donnerstag 09.07.2015

Der Tag war gut geplant. Zuerst zum Friseur, damit der Helm wieder passt und danach zum freundlichen Schrauber. Hatte ich mir doch einen Fremdkörper in den Hinterreifen gefahren. Trotz des gut sitzenden Stopfens wollte ich damit nicht die lange Tour in die Berge machen.

Mit neuem Hinterreifen geht es also auf Tour Richtung Süden über den Harz. Dort war gleich einmal die B4 gesperrt, so dass ich den kleinen Umweg über Wieda nach Nordhausen nahm. Auch hier gab es eine Umleitung und ich kam westlich von Nordhausen auf einen Autobahnzubringer. Nach 2 Ausfahrten war ich wieder auf der B4 wo ich hin wollte, nur diesmal ohne durch Nordhausen zu müssen. Das hat sich gelohnt. Hier im Süden vom Harz hörte es auch auf immer wieder zu Regnen.


Die weitere Tour führte mich Richtung Erfurt, weiter Richtung Suhl um dann in Coburg einen Tankstopp mit ausgiebiger Pause einzulegen. Der Weg um Nürnberg war dann im Feierabendverkehr und ich hatte es zähfließend bis stockend. Aus diesem Grund und der fortgeschrittenen Stunde beschloss ich zum Hotel die Autobahn zu nutzen. Kurz vor München dann 6 km Stau weil ein Fahrstreifen blockiert war. Danach war es nicht mehr wirklich weit zum Hotel. Ein weiteres Motorrad aus Spanien stand am Hotel. Es war ein sehr schönes B&B welches sogar eine kleine Bar hat. Nach einem gemütlichen Abend begab ich mich zur Nachtruhe.



Tiefsttemperatur      12,5 Grad
Höchsttemperatur      24,5 Grad
Tagesfahrleistung        597 km


2.Tag Freitag 10.07.2015

Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück, dann wurde das Zimmer geräumt und das Motorrad gepackt. Das spanische Paar belud auch gerade ihre Maschine und ich begrüßte sie mit einem freundlichen "Hola" welches ebenso freundlich erwidert wurde. Zuerst umfuhr ich München auf der Autobahn bis zur Ausfahrt Holzkirchen. Ab jetzt folgte nur noch Landstraße um den Tegernsee herum und über den Achenpass bis Österreich. Hier folgte Achenwald, Achental, Achenkirch und zum Schluss der Achensee, wo ich einige Zeit verweilte.



Mittlerweile war es sehr warm, denn die Anzeige stieg im Zillertal bis 25 Grad. Es folgte die Auffahrt nach Gerlos zum Gerlos pass. Es war das erste Mal das ich diese Strecke fuhr. Einfach zum genießen!!!
An der Mautstelle versuchte ich dann wirklich abzusteigen ohne den Seitenständer auszuklappen. Mich hat das alles so fasziniert, dass ich mit den Gedanken ein wenig abwesend war. Als alles gut ging und ich die Mautstelle passieren durfte führte mich der Weg zum nächsten Stopp an einem Panoramablick auf die Krimmler Wasserfälle. Später führte mich der weitere Weg an den vielen extra angelegten Motorradparkplätze an der Krimmler Wasserwelt vorbei. Schon für diesen Luxus lohnt sich die Maut, aber auch die Straßenzustände sind einfach hervorragend.


Von hier aus sollte mich meine Fahrt zur Großglockner Hochalpenstraße führen. Viel weiter als kurz nach Zell am See kam ich allerdings nicht, da hier der komplette Verkehr gestoppt wurde. Als dann die ersten Radfahrer ankamen war klar weshalb die Sperrung kam. Bei den Temperaturen möchte ich nicht auf Rad durch die Gegend strampeln. Die hatten ja ordentliche Geschwindigkeiten drauf. Leider ist mir der Motorradfahrer mit dem Kameramann entwischt, der Rückwärts auf dem Fahrzeug saß. Nach knapp einer Stunde ging es weiter. Ein ungeplanter, aber witziger Zwischenstopp.



Diesmal klappte alles an der Mautstelle. Die Variante mit dem Tourticket ist toll. Es geht sehr schnell und ohne Geld und ich darf weiter fahren. Leider ballten sich die Fahrzeuge bergauf da alle in der Sperrung standen. Mein erster Besuch führte mich zur Edelweißspitze. Dort war ich vor vielen Jahren ein Mal und es wurde wieder Zeit. Hier "stapelten" sich die Autos. Zum Glück gibt es auch hier ausreichend Motorradparkplätze. Die Ansicht ist schon grandios von hier oben.




















Die Pause wurde etwas länger ausgedehnt und ich bekam sogar Besuch. Die Kopfsteinplasterstraße ist hier hoch die einzige dieser Art. Alle anderen Straßen sind hervorragend präpariert. Hier hoch passt das aber zum Gesamtbild. Bewundernswert wieder die vielen Radfahrer die hier hoch fahren. Dann machte ich mich langsam auf den weiteren Weg um über das Hochtor zum nächsten Etappenziel zu kommen.





Die Franz-Josefs-Höhe ist direkt gegenüber dem Großglockner und oberhalb der Pasterze. Einige wanderten auf dem Gletscher herum, viele genossen die Sonne und manche stärkten sich. Auch hier ausreichend Motorradparkplätze und das sogar direkt gegenüber dem Großglockner. Bei über 20 Grad war ich allerdings noch nie hier oben. Nach einem belegten Brötchen schaute ich mir dann die Routen zum Hotel an und beschloss die schnellste Strecke zu nehmen.



Am Hotel angekommen wurde das Motorrad in der hoteleigenen Garage geparkt, denn Parkplätze gibt es dort nicht wirklich. die Sachen auf das Zimmer gebracht, geduscht und umgezogen. Danach gab es einige Kaltgetränke vor dem Hotel und es wurden alle weiteren Ankömmlinge begrüßt und eingewiesen. Das Abendessen war dann der krönende Abschluss dieses wunderschönen Tages. Je nach Lust und Interesse gab es noch Gespräche oder man ging auf sein Zimmer. Ich hatte ausreichend frische Luft und fiel sofort in Bett.




Tiefsttemperatur      16,5 Grad
Höchsttemperatur      27,0 Grad
Tagesfahrleistung        413 km


3.Tag Samstag 11.07.2015

Nach dem Frühstück wurden die Motorräder aus der Garage geholt und auf den gegenüberliegenden Parkplatz gefahren. Hier wurden die Gruppen zusammengestellt und auch abgelichtet (wobei einzelne fehlen). Nachdem dann alles geklärt war starteten die Gruppen eine nach der anderen. Wir haben zwar an der ersten großen Kreuzung die vorige Gruppe noch gesehen aber wir sollten in die andere Richtung fahren.




Das war natürlich ein Fehler und der Tourguide verzweifelte, weil sein Garmin nicht so wollte wie es sollte. Was uns Schwierigkeiten machte sollte sich erst beim Mittagessen aufklären. Trotzdem fuhren wir die korrekte Strecke und kamen am Sölkpass an. Einige andere waren schon da oder kamen an als wir dort waren. In einer Senke gab es noch ein wenig Schnee, falls man das schwarze Zeugs so nennen konnte. Nach einer netten Pause fuhren wir weiter zum nächsten Teilstopp. Erst gab es einen Schattenplatz um das Navi nachzuprogrammieren und dann gab es einen Stopp mit lecker kalten Getränken.




Nach einigen interessanten Abbiegungen kamen wir dann an der Nockalmstrasse an. Meine Maut nachgewiesen und ab ging es diese Strasse die mir bisher auch neu war zu ergründen. Einfach schön, aber immer aufpassen, denn manchmal stehen Kühe auf der Fahrbahn. Die haben die Ruhe weg und lassen sich nicht mal von Motorrädern stören. Am höchsten Punkt angekommen trafen wir fast alle anderen. Wer ist eigentlich auf dem Foto das Murmeltier? Da hier oben nur eine Art Imbiss war, sind wir ein paar Kilometer weiter gefahren. Hier gab es eine ausgiebige Rast mit Leckereien und Kaltgetränken, da es heute wieder sehr warm war. Endlich klärte sich das Naviproblem. Kaum die "Maut vermeiden" Option rausgenommen und es wollte endlich routen wie geplant.




Auf dem Weg zurück nach Schladming überquerten wir noch den Katschberg, den Twenger Talpass und den Radstädter Tauernpass. Kurz vor dem Hotel trafen mich einige ganz wenige Tropfen, aber ich kam noch trocken ins Hotel. Noch Schnell den Temperaturwert abgelichtet, dann das Motorrad abgestellt und auf das Zimmer. Duschen und Umziehen und danach einen kleinen Spaziergang in den Ort. Hier konnte ich regionale Spezialitäten als Mitbringsel einkaufen. Nach dem ich wieder im Hotel ankam fing es stärker an zu regnen und es kam auch Gewitter dazu. Also blieben wir heute nach dem Essen drin und der Abend nahm seinen Ausklang.


Tiefsttemperatur      16,5 Grad
Höchsttemperatur      31,5 Grad
Tagesfahrleistung        265 km


4.Tag Sonntag 12.07.2015

Nach dem Frühstück gab es letzte Gespräche, die Zimmer wurden geräumt und die Motorräder beladen. Ich plante meinen Tag heute um und startete westwärts. Der Weg führte mich über den Dientner Sattel und den Filzensattel bis nach Saalfelden am steinernen Meer. Hier habe ich dann den Blick auf den Watzmann aus der österreichischen Perspektive angesehen. Auch wenn der Himmel auf den Fotos bedeckt ist, es waren um 11 Uhr schon 30 Grad! Der weitere Weg Richtung Deutschland führte mich dann über den Pass Luftenstein, den Kniepass und den Steinpass. Auf dem Weg nach Berchtesgaden nahm ich noch den Schwarzbachwachtsattel mit um dann in Berchtesgaden von der Polizei zum Umdrehen aufgefordert zu werden. Der ganze Ort war gesperrt wegen der Schützenparade. Kaum drehte ich um böllerten sie auch schon los (hoffentlich nicht wegen mir).


Für meinen Kollegen hielt ich dann noch einmal gegenüber dem Bahnhof an um den Watzmann von hier aus abzulichten. Da er dort immer seine Oma besuchte wollte er mal sehen wie er heute aussieht. Wunsch erfüllt und weiter Richtung Rossfeld-Panoramastraße. Diese Strasse ist ebenfalls Mautpflichtig und führt am Obersalzberg vorbei nach Hallein. Ich hielt am obersten Aussichtspunkt um die Landschaft zu genießen. Hier war ich erst einmal und das war damals im November.




Die Fernsicht war wegen dem heißen Wetter recht trübe, aber dennoch sehenswert. Ich konnte das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg gut sehen. Viele Motorradfahrer waren auch hier anzutreffen. Einige hörte man schon von weitem. Als ich dann weiter Richtung Hallein fuhr kam ich noch an der Roßfeldalm vorbei, bevor die schöne Strasse dann zu Ende war. Jetzt überholte ich zwei Besucher des Meetings denen ich zuwinkte, aber sie hatten mich nicht erkannt.




Da die Temperaturen mittlerweile bei 33 Grad ankamen beschloss ich zuerst um Salzburg die Autobahn zu nehmen und dann direkt nach Passau zu fahren. Dort checkte ich im Hotel ein, machte mich frisch und erholte mich ein wenig im klimatisierten Zimmer. Danach suchte ich den Weg zu dem Ort wo sich Donau, Inn und Ilz treffen. Ach was für ein Weg bei den Temperaturen. Passau ist sehenswert und nach meinem kleinen Rundgang landete ich in einem Biergarten wo es etwas für das leibliche Wohl gab. Von hier aus war es ein Katzensprung zum ZOB und nur 7 Minuten später saß ich im Bus zurück. Der Abend war für mich um, denn ich war fix und fertig durch die Hitze.

















Tiefsttemperatur      23,5 Grad
Höchsttemperatur      33,0 Grad
Tagesfahrleistung        316 km


5.Tag Montag 13.07.2015

Angeblich sollte sich heute ein Regenband über Deutschland ziehen, also beschloss ich nicht durch den bayerischen Wald zu fahren, sondern an der Donau entlang Richtung Regensburg. Das war definitiv die richtige Entscheidung, denn rechts von mir sah ich die dunklen Wolken über den Bergen. Kurz vor Regensburg gab es einen Stopp gegenüber der Walhalla. Danach fuhr ich auf die Autobahn da ich keine Lust hatte durch Regensburg zu fahren. Bis Thüringen blieb ich auf der Autobahn und dann fuhr ich auf der Landstrasse weiter Richtung Schleiz. Hier habe ich getankt und da die Zeit reif war gab es Bockwurst und einen Kaffee.

Nun folgte wieder ein Stück Autobahn bis ich durch Eisleben und Aschersleben zum nächsten Kaffeestopp kam. Hier begrüßte ich kurz Manuelas Cousine und es folgte die letzte Etappe.

Kurzentschlossen fuhr ich durch den Huy in Richtung Elm. 35 km vor dem Ziel kam dann der wirklich leichte Regen. Der letzte Tankstopp erfolgte kurz vor der Garage und dann war ich wieder zu Hause. Ein wirklich sehr schönes Wochenende geht zu Ende.


Tiefsttemperatur      18,5 Grad
Höchsttemperatur      23,0 Grad
Tagesfahrleistung        610 km


Maut Österreich 10 Tage für Motorräder       5,00 Euro
Maut Tourticket Motorrad für Gerlospass, Großglockner und Nockalmstraße     28,50 Euro
Maut Rossfeld Panoramastraße       4,00 Euro
Hotelkosten (incl. Frühstück und teilweise Halbpension)   275,80 Euro
verbrauchter Sprit   118,41 Liter
Spritkosten   167,89 Euro
Gesamtfahrleistung      2201 km