Meine erste mehrtägige Tour

Quer durch Deutschland vom 16.-24.06.2001


1.Tag Samstag, 16.06.2001


Meine erste Tour. Harald, Wolfgang, Arno und ich auf dem Weg quer durch Deutschland. Geplant war die Tour größer als sie werden sollte, aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Am ersten Tag wollten wir bis Heidelberg fahren. Der erste Stop kam in Seesen, aber das war nur ein kurzes Richten der Ausrüstung. Dann ging es weiter die Bundesstraße Richtung Göttingen. Auf dem Weg dorthin lag ein Auto im Graben, da der Fahrer die Kurve unterschätzt hatte. In Northeim dann die erste Pause beim McDonald. Nach dieser Stärkung also weiter nach Göttingen, jedoch durften wir dort einen riesigen Umweg fahren wegen einer Demonstration. Endlich die Stadt geschafft ging es weiter auf der B27 Richtung Bad Hersfeld. Irgendwo bei Sontra durfte dann Arno tanken. Weiter dann die Bundesstraße duch Bad Hersfeld nach Fulda. Kurz vor Fulda begann es sehr stark zu Regnen. Harald und Arno blieben unter der Autobahn stehen, Wolfgang und ich jedoch wollten zum Rasthof Fulda Nord. In der Rechtskurve zum Rasthof legte ich mich dann mit der Maschine auf die rechte Seite. Nachdem das Motorrad aufgerichtet war, fuhren Wolfgang und ich weiter. Auf dem Rastplatz angekommen ist dann Wolfgang das Motorrad umgefallen. Irgendwie schien diese Tour beendet bevor sie startete...
Da es Samstag war schnell zu Louis um dort Wolfgang einen neuen Kupplungshebel einzubauen. Hervorragender Service von den Mitarbeitern inclusive Hand- und Visierreinigung. Danach ging es weiter, aber kurz vor Frankfurt dann wieder Regen. Nach diesem erneuten Zwangsstop dann die Entscheidung ein Quartier zu suchen. Wir fanden spontan ein Zimmer und die Motorräder standen in einer Garage unter dem Hotel. Nach dem "Trockenlegen" dann ein Stück zu Fuß zu einem Asiaten. Der Abend wurde nicht allzu lang, jedoch waren wir bestimmt 150 km hinter unserem Plan zurück.


2.Tag Sonntag, 17.06.2001

An Aufstehen war kaum zu denken. Der ganze rechte Oberschenkel schmerzte und war schön bunt, aber es sollte weiter gehen.

Zuerst auf die Autobahn um Frankfurt herum, denn es gab noch recht viel Gischt von den Autos, so das diese Entscheidung endlich einmal die korrekte war. Hinter Frankfurt verließen wir dann die A5 und fuhren weiter die Bergstrasse bis Heidelberg. In Heidelberg haben wir versucht ein bezahlbares Quartier zu finden. Da dies spontan nicht möglich war ging es ein paar Kilometer zurück und wir suchten etwas Außerhalb. Nach dem Einchecken und Umziehen, dann die Fahrt mit der Tram in die Stadt. Das Wetter wurde deutlich besser, darum schmeckte uns auch ein Kaltgetränk im Freien (Foto links). Nach der Stärkung dann die Besichtigung der Stadt und der Aufstieg zum Schloß. Abends dann wieder in unser Quartier um uns für den nächsten Tag vorzubereiten.


3.Tag Montag, 18.06.2001


Heute sollte es bis Freiburg im Breisgau gehen. Das einzige, vorreservierte Hotel. Hätten wir gewusst was das für eine Fahrt wird, wären wir sicherlich im Hotel geblieben *schmunzel*

Es ging also die B3 durch Heidelberg, weiter nach Bruchsal, um Karlsruhe herum bis nach Rastatt. Unterwegs wurden wir noch von einem Sittenstrolch mit einem Foto bedroht (Foto links), jedoch konnten wir die Fahrt fortsetzen. In Rastatt angekommen suchten wir uns eine Tankstelle. Da es nach dem Tanken zu Regnen begann, stellten wir uns unter einen Baum. Als der Regen dann weniger wurde fuhren wir weiter. Kurz hinter Rastatt wurde der Regen dann aber so stark das wir kaum noch etwas sehen konnten. Also ab in einen Waldweg. Das dies mal wieder einer unserer Fehler sein sollte erfuhren wir ziemlich genau zwei Stunden später. So lange standen wir in dem Wald und wurden langsam naß bis auf die Haut. Als der Regen erträglich wurde, also weiter. Kaum 3 Kilometer gefahren kommt ein Ort mit einer ausrangierten Tankstelle. Hätten wir das gewusst, wären wir bis hier weiter gefahren. So standen wir da und tropften vor uns hin (Foto rechts). Irgendwann also weiter, da wir noch bis Niederweiler wollten. Als es erneut zu Regnen begann kehrten wir total naß in ein Hotel ein. Dort gab es Tee und Kaffee, jedoch wurden wir nicht wirklich warm. Arno und Harald blieben dann dort in dem einzig freien Hotelzimmer und Wolfgang und ich beschlossen weiter zu fahren. Es waren noch etwas über 70 km. die jedoch erstaunlich gut gingen. In der alten Brauerei in Niederweiler angekommen, dann umgezogen und ein Stück durch den Ort gegangen um ein Straußensteak zu essen.


4.Tag Dienstag, 19.06.2001


Beim Frühstück dann ein Anruf meiner Frau das unsere Autos wegen einer Baustelle abgeschleppt werden sollten. Sie durfte dann beide umparken und somit blieb es bei einem Bußgeld. Was für ein Start in den Tag. Danach dem Vermieter von unserem Regenkampf erzählt und das Zimmer von Arno und Harald die letzte Nacht storniert. Als Entschädigung aber insgesamt eine Nacht verlängert in dieser hervorragenden Bikerherberge. Nach dem Frühstück sind dann Wolfgang und ich zu Fuß auf nach Oberweiler. Dort angekommen den kleinen Ort besichtigt und auch die Burg Baden. Gegen Mittag sind wir dann zurück um Harald und Arno wieder in Empfang zu nehmen.


Nachdem die Gruppe wieder vereint war, beschlossen wir mit Bus und Bahn nach Freiburg zu fahren. Zuerst den Bus bis Müllheim und dann mit der Bahn bis Freiburg. Wir gingen durch die Stadt und schauten uns alles an. Dann fuhren wir mit einem Aufzug auf den Berg und Wolfgang beobachtete die Wetterentwicklung (Foto links). Heute meinte es die Sonne endlich einmal gut mit uns und so hatten wir einen schönen Blick auf die Stadt (Foto rechts). Abends zurück mit Bahn und Bus und wieder in das Lokal vom Vortag, denn unser Hotel hatte heute ebenfalls noch Ruhetag.

5.Tag Mittwoch, 20.06.2001


Wir beschlossen den Tag mit einer Tour durch den Schwarzwald zu starten. Gleich hinter Niederweiler geht eine phantastische und kurvenreiche Straße Richtung Schönau. Unterwegs an einer Tankstelle nicht nur getankt, sondern auch ein Paar aus Braunschweig begrüßt. Die Welt ist bekanntlich ein Dorf...

Weiter ging es kreuz und quer und natürlich recht planlos. Nach einer Pause dann der Entschluss zum Tittisee (Foto links) zu fahren. Dort angekommen musste ich mir erst einmal eine Kappe gegen die Sonne kaufen. Das ganze Gegenteil der Tage vorher. Nach einer längeren Verweildauer am See dann wieder zurück zum Hotel, aber unterwegs noch einen Fotostop in dieser schönen Landschaft (Foto rechts). Im Hotel angekommen die Motorräder in die Garagen gestellt und fertig gemacht zum Abendessen. Auf der Außenterasse konnten wir die hervorragende Küche des Hauses testen. An diesem Abend waren alle traurig das es der letzte Abend hier sein sollte.


6.Tag Donnerstag, 21.06.2001


Abreise in Niederweiler mit Kurs auf die Schweiz um den Rheinfall in Schaffhausen zu besichtigen. Kurz vor der Schweiz dann die Erkenntnis von Arno das sein Sprit nicht reicht. Da die hiesige Tankstelle noch geschlossen hatte gab es eine Kaffeepause. Nach der Pause wurde getankt und dann in die Schweiz. Wie blöd wir doch alle auf der ersten Tour waren... ist doch der Sprit in der Schweiz um einiges günstiger. Egal, mit vollem Tank zum Rheinfall. Dort angekommen haben wir an einem Seitenstreifen eingeparkt. Plötzlich kam ein BMW-Gespann vorgefahren und parkte neben uns ein. Das Gespann war besetzt mit Mann, Frau und 2 Kindern in Kindersitzen. Der "Kofferraum" ließ uns glatt neidisch werden, besonders Wolfgang, der sein Gepäck immer zusätzlich mit Kabelbindern verzurrte und sicherte. Nun endlich den Rheinfall besichtigt und dort die Wassermassen bestaunt die hier um die Ecke müssen. Danach weiter Richtung Bodensee um ihn auf der nördlichen Seite Richtung Kempten zu umfahren. Auf halber Strecke zwischen Kempten und Füssen haben wir dann ein Hotel bezogen und dort auch gegessen. Die Küche war Jugoslawisch. Unsere Motorräder standen in einer Garage ohne Tor.


7.Tag Freitag, 22.06.2001


Morgens festgestellt das Wolfgang sein Motorrad Wasser verliert, also nach Füssen zu einem Autozubehör. In Füssen also nicht das Schloß Neuschwanstein besichtigt, sondern das Motorrad mit Kühlerdicht versorgt. Danach musste das Mittel im Kühlkreislauf verteilt werden, also ab durch den Tunnel nach Österreich. Hier waren wir besonders vorsichtig, da wir nur Mautfreie Straßen nutzen wollten. Dies gelang uns auch bis hin zur Zugspitze. Dort wurde nicht nur Rast gemacht, sondern natürlich auch wieder Fotos (Foto rechts).

Nach dem Fotostop weiter durch Garmisch-Partenkirchen bis zum Walchensee. Dort die wunderschöne Gefällestrecke zum Kochelsee herunter und noch einen Abstecher zum Walchensee-Kraftwerk. Dies gehört zu den größten Hochdruck-Speicher- Kraftwerken Deutschlands und ist sehr beeindruckend. Weiter geht es östlich von München zu einem Quartier. Der freundliche Mann schickte sofort seine Frau mitsamt dem Auto unter dem Carport weg, damit wir Platz für die Maschinen hatten. Das war aber auch das einzig Gute an diesem Quartier. Das Abendessen für vier Personen war eigentlich nur für zwei geeignet. Nach einem kurzen Abend dann ins Bett.


8.Tag Samstag, 23.06.2001


Der Tag der Rückreise beginnt. Zuerst ein Frühstück das dem enttäuschenden Abendessen in nichts nachstand. Danach leicht verstimmt auf die Autobahn um München herum Richtung Norden. Unser heutiges Ziel hieß Weimar mit geplanter Stadtbesichtigung. Leider haben wir die Rechnung ohne das ausgebuchte Hotel gemacht. Arno und Harald meinten den Rest schnell noch nach Hause zu fahren. Wolfgang und ich suchten uns im nahegelegenen Erfurt ein Hotel. Da das Restaurant um die Ecke Ruhetag hatte wurde es eine Bockwurst in der Tankstelle und ein Bier auf der Bettkante. Auch dieser Abschluß passte zu der ganzen Tour.

Arno und Harald brauchten bis nach Mitternacht bevor sie zu Hause waren. Die Entscheidung der Übernachtung war also doch die Richtige!


9.Tag Sonntag, 24.06.2001

Am letzten Tag geht es dann durch Erfurt Richtung Magdeburg um den Kyffhäuser und den Harz herum durch Aschersleben, Hessen, Wolfenbüttel nach Hause. Mittags waren wir zurück von der ersten großen Tour die viel Lehrgeld kostete, jedoch auch schöne Erinnerungen bis heute hat.

Vielen Dank für diese lehrreiche Tour an alle Teilnehmer.


(von links: Harald, Wolfgang, Jens, Arno)